Von Sabine Podeszwa 0
Musikkolumne

Singen kann jeder! Oder vielleicht doch nicht?

Früher war alles so einfach: Wer gut singen kann, wird Sänger. Heute ist die Rechnung nicht mehr so simpel. Denn heutzutage meinen immer mehr Schauspieler, Models und anderweitig bekannte Personen, dass sie aufgrund ihrer Berühmtheit auch zum Popstar geschaffen sind. Ein schlimmer Trugschluss!


Wer einmal berühmt ist, dem stehen alle Wege offen. So sagt man jedenfalls. Am Beispiel der meisten Casting-Stars sieht man, dass das definitiv nicht der Fall ist. Hat man sich aber einmal einen richtig guten Namen gemacht, lässt sich damit Geld verdienen. Was man macht, ist dann eher zweitrangig.

So passiert es uns immer wieder, dass Schauspieler, Models und selbsternannte It-Girls uns mit ihrer Musik beglücken möchten. Meistens geht dies fürchterlich in die Hose und wir müssen uns die Ohren zuhalten oder wir staunen mit heruntergeklappter Kinnlade über die schiefen und grottenschlechten Töne, die uns im Fernsehen oder im Radio durch Promis entgegenschlagen, die eigentlich in einer ganz anderen Branche verkehren. Hat ihnen denn niemand gesagt, dass sie nicht singen können?

Ich erinnere an eine singende Heidi Klum, wie sie mit ihrem damaligen Ehemann Seal auf der Bühne steht und den grenzwertigen, aber vermutlich sehr persönlichen Song „Wedding Day“ schmettert. Ganz schön peinlich. Ein Promi-Ehepaar das gemeinsam schmachtend auf der Bühne singt. Schlimmer geht’s nimmer. Als dann noch der von Heidi veröffentlichte Werbesong „Wonderland“ veröffentlicht wurde, dachte ich: „Oh Gott, als nächstes kommt ein Album!“. Gut, dass es nicht so war. Heidi soll besser bei dem bleiben, was sie gut kann. Nämlich Werbung machen.

Wenn Schauspieler einen Ausflug ins Musikbusiness machen, hört es sich ab und zu so an wie bei Scarlett Johansson. Es mag ja Leute geben, die ihre Stimme außergewöhnlich und toll finden. Außergewöhnlich ist sie tatsächlich, jedoch eher außergewöhnlich schlecht. So höre ich mich auch an, wenn ich heimlich singe. Ich mache es nur, wenn ich genau weiß, dass ich allein und unbeobachtet bin. Ich mache auch keinen Quatsch mit, wie zum Beispiel „SingStar“ und in einer Bar Karaoke zu singen, ist für mich mein größter Albtraum. Aber ganz ehrlich, so wie Scarlett Johansson singe ich schon lange! Und nehme ich ein Album auf? Nein. Gott sei Dank.

Und dann gibt’s noch die singenden und oftmals selbsternannten It-Girls. Bestes Beispiel: Paris Hilton. Das muss doch wirklich nicht sein, oder? Wenn man sich Paris‘ Machenschaften aber genauer anschaut, dann weiß man, dass die Frau überall mitmischt. Sie probiert alles aus. Sie singt, sie schauspielert, sie macht Party und lässt sich dafür bezahlen, sie macht Mode, sie macht Parfums, sie versucht sich als DJ, sie veröffentlicht Bücher. Alles mehr schlecht als recht, aber in der Summe, unter dem Deckmantel ihres Namens, lebt sie davon recht gut.

Die Liste lässt sich ohne Ende fortführen, doch nur wenigen glückt es auf Dauer, in zwei Branchen erfolgreich zu sein oder gar einen Branchenwechsel zu vollziehen. Jared Leto, der erst als Schauspieler erfolgreich war und schließlich auf Rockstar umsattelte und seitdem mit „30 Seconds to Mars“ unterwegs ist. Jeanette Biedermann, die von der kleinen, unscheinbaren Schauspielerin bei GZSZ zur rockigen Sängerin mutierte und in Deutschland mehrere Jahre, in beiden Bereichen, große Erfolge feierte. Ähnlich war es bei Kylie Minogue. Als Schauspielerin bei „Neighbours“ berühmt geworden, griff sie bald zum Mikrofon und legt es nicht mehr weg. Und auch David Hasselhoff kam als Sänger zu Ruhm und Ehre in Deutschland. Die Zeiten sind zwar längst vorbei, aber das europäische Ausland lacht deswegen immer noch über uns. Bloß weil es uns jetzt peinlich ist,  darf man diese Tatsache trotzdem nicht unter den Tisch fallen lassen.

In diesem Sinne, bis nächsten Montag!


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