Von Nils Reschke 1
Tatort aus Leipzig

Simone Thomalla stichelt: Til Schweigers „Tatort“ biete nichts Neues

Es war ein spannender „Tatort“, den wir gestern aus Leipzig erlebten. Simone Thomalla löste den Fall, stichelte im Vorfeld aber auch noch gegen Til Schweigers Debüt aus Hamburg.


Der „Tatort“ aus Leipzig hatte es gestern Abend nun wahrlich nicht leicht. Es darf als eher unangenehme Aufgabe bezeichnet werden, wenn die Ermittler direkt nach dem Debüt von Til Schweiger bei dessen ersten Fall als Nick Tschiller im Einsatz sind. Schließlich wollten diesen „Tatort“ aus Hamburg sensationelle 12,57 Millionen neugierige Menschen sehen. Und die bekamen viel geboten. Gewalt, Schießereien und einen Kommissar, der schon so manches mal an Horst Schimanski aus Duisburg erinnerte. Ein ganz anderer „Tatort“ also in der ARD, der es auf die beste TV-Quote brachte, seit September 1993.

Gestern Abend standen nun Simone Thomalla und Martin Wuttke vor der Kamera und ermittelten am Leipziger „Tatort“. Noch bevor die Quoten klar sind, äußerte sich Simone Thomalla schon einmal vorsorglich zur Thematik Til Schweiger. Grundsätzlich nämlich sehe sie sich von dessen Erfolg als Nick Tschiller keineswegs unter Druck gesetzt. Im Gegenteil: „Natürlich freue ich mich für Til Schweiger und seinen erfolgreiches Hamburger Debüt“, meinte die 47-Jährige. Am Ende sitzen eben alle im selben „Tatort“-Boot.

Dann aber stichelte Simone Thomalla doch ein wenig, denn ihr habe der erste Fall von Nick Tschiller nicht so richtig gefallen. „Dass es bei seinem Fall weniger um psychologische Feinheiten oder kleine und feine Geschichten geht, sondern mehr um Action, Gewalt und handfeste Sprüche, ist durchaus legitim“, sagte sie der Bild am Sonntag. „Wenngleich die Geschichte über Zwangsprostitution weder neu noch besonders eindrucksvoll erzählt wurde.“ Menschenhandel, Drogen, Terrorismus – ganz neu waren die Themen gestern im „Tatort“ allerdings auch nicht, Frau Thomalla. Aber: Es war ein Krimi der besseren „Tatort“-Sorte. Spannend erzählt mit einem tollen Einstieg und einer Prise Humor. Es geht eben auch ohne Nick Tschiller.


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