Von Milena Schäpers 0
Beliebiger Krimi

Simone Thomalla: Der "Tatort" läuft Gefahr, austauschbar zu werden

Jetzt schimpft auch Schauspielerin Simone Thomalla auf „Tatort“. Je mehr Veränderungen, desto mehr muss der Tatort Kritik einstecken. Dabei ist die Verjüngungskur der beliebten ARD-Krimireihe noch gar nicht vollzogen.


Neu-Kommissar Til Schweiger nannte den Vorspann des ARD-„Tatort“ outdated, auf Deutsch: veraltet. Und versprach mit seiner Besetzung den spannendsten „Tatort“ aller Zeiten. Mit neuen prominenten Darstellern wie Til Schweiger und Nora Tschirner ist die Verjüngungskur der beliebtesten Sendung am Sonntagabend im vollen Gange.

Das gefällt nicht jedem, besonders einige bereits ermittelnde Kommissare verteidigten das alte Konzept des "Tatorts". Nun meldet sich auch Sophia Thomalla, die seit 2008 Kommissarin Saalfeld spielt, zu Wort. Und auch von ihr gibt es kein Lob. Ihrer Meinung nach wird die Sendung „Tatort“ immer austauschbarer.

Auf der einen Seite ist es schön, eine breite Vielfalt zu haben", so Simone Thomalla zum Magazin „Superillu“, "aber je mehr Teams ermitteln, umso größer die Abstände, bis man sie wieder sieht."

So sei es für die Zuschauer schwerer, sich mit den Darstellern zu identifizieren und eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. „Heute stelle ich oft fest, dass viele ab und an kaum noch wissen, wer zu welchem Team gehört“, so Thomalla. „Ich befürchte aber, dass das Besondere am ‚Tatort’ dadurch etwas auf der Strecke bleibt und dass er dadurch immer mehr zu einem beliebigen Krimi wird.“

Es sind nun bald 20 Ermittlungsteams beim Ersten. So werden die meisten Kommissare höchstens zweimal im Jahr zum Tatort gerufen.

Diese Woche sollte jedoch Thomalla selbst in Leipzig zeigen, dass der „Tatort“ nicht immer beliebiger wird. Denn es hagelte nicht nur Kritik von Darstellern, sondern auch die Zuschauer bemängelten zunehmend die fehlende Spannung der letzten Sonntage.


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