Von Stephanie Neuberger 0
Trauer um die Schauspielerin

Silvia Seidel: Das Vorbild meiner Kindheit

Silvia Seidel war und wird für immer auch in meiner Erinnerung als "Anna" bekannt sein. Die Schauspielerin, der diese Rolle zur Last wurde, war als Kind mein Vorbild. Ich finde ihren Tod sehr traurig und widme ihr daher die Filmkolumne.


Als ich vom Tod von Silvia Seidel las, war ich traurig. Sie war das Vorbild meiner Kindheit. Auch wenn ich weiß, dass die Schauspielerin selbst die Rolle der „Anna“ als Last empfunden hat - so sagte sie in einem Interview einmal: „Die Rolle der Anna hat mir mein Leben versaut. Ich konnte nicht mehr über die Straße gehen, ohne angesprochen zu werden, ich war nicht mehr Silvia, sondern Anna.“- werde auch ich sie als diese Person in Erinnerung behalten. Bitte nicht falsch verstehen. Es soll eine Art Kompliment und ein Danke an sie sein. Als ich noch ganz klein war, habe ich die „Anna“-Filme geschaut. Schon immer liebte ich den Tanz. Ich fand Silvia Seidel wunderschön und wollte eine so tolle Ballerina werden wie sie im Film. Ich habe mir ständig „Anna- Der Film“ auf Videokassette (wie die Zeit doch vergeht) angesehen. Für mich stand damals fest, dass ich unbedingt Tanzen möchte. Der Film hat viel dazu beigetragen, dass ich mit vier Jahren das Balletttanzen begann. So gut wie mein Vorbild bin ich leider nie geworden, die Liebe zum Ballett blieb allerdings immer. Aber auch wenn Silvia Seidel die Rolle später verhasst war, ist sie im meinem Herzen die Heldin meiner Kindheit. Und ich weiß, dass es vielen so ergeht. Vor ein paar Wochen haben wir in meinem Freundeskreis sogar noch über den tollen Film gesprochen und darüber, wie sehr wir ihn geliebt haben.

Ich bin gerade etwas hin und hergerissen. Ich kann verstehen, dass die Rolle als Anna für Silvia Seidel als Schauspielerin ein Segen und vor allem ein Fluch war. Ein Film, der mich zum Tanzen brachte und als ich klein war inspirierte, machte ihr Leben und ihren Beruf als Darstellerin schwierig. Dies macht mich sehr traurig. Sie hätte sicherlich auch andere große Rollen toll gespielt. Dessen bin ich mir sicher.

Im Moment weiß ich nicht, wie ich mich von der Schauspielerin verabschieden soll. Denn gerade „Anna“ machte mich glücklich, bedeutete mir viel und ist der Film, der mir mit Silvia Seidel in Erinnerung bleiben wird. Genau das, was sie beruflich so sehr gequält hat.

Dennoch möchte ich ihr folgende Worte mit auf ihre letzte Reise geben: Danke liebe Silvia Seidel, dass du meine Kindheit und Jugend erhellt hast. Du warst mein großes Vorbild und hast meinen Weg zum Ballett geebnet. Die Erinnerung daran und an dich werde ich immer in meinem Herzen tragen.


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