Von Nils Reschke 0
Champions League

Sieg gegen Real! Der FC Bayern München hat sein Finale „dahoam“

Was für eine Spannung, was für eine Dramatik – was für ein Spiel! Der FC Bayern München hat es tatsächlich geschafft und machte das Endspiel in der Champions League in der heimischen Allianz-Arena wahr. Der Traum vom Finale – jetzt ist er im wahrsten Sinne des Wortes real geworden.


Das war nichts für schwache Nerven. Und das galt für die Fans auf der Tribüne und vor dem Fernseher gleichermaßen. Vor allem aber betraf es die Spieler auf dem Platz, die nach einem 2:1 von Real Madrid nach 90 Minuten in die Verlängerung mussten. Als da dann kein weiterer Treffer fiel, sollte ein Elfmeterschießen also darüber entscheiden, welches Team das Ticket für das diesjährige Finale in der Champions League lösen würde. Die Spannung war nun nicht mehr zu steigern. Es folgte der große Auftritt von Manuel Neuer! Der Keeper des FC Bayern parierte erst den Strafstoß von Cristiano Ronaldo, dann auch vom Brasilianer Kaka. Zwei ehemalige „Weltfußballer des Jahres“, die von Neuer gestoppt wurden. Bayern lag in diesem Shoot-out mit 2:0 vorne, weil Jungspund David Alaba ganz kaltschnäuzig und Mario Gomez ebenfalls sicher verwandelten. Die Entscheidung? Von wegen!

Als nächste Bayern-Spieler waren Toni Kroos und Kapitän Philipp Lahm an der Reihe – und scheiterten beide an Iker Casillas. Was für ein irrer Elfmeter-Wahnsinn, bei dem Xavi Alonso auf 1:2 verkürzte. Also hatte es Sergio Ramos auf dem Fuß, wieder auszugleichen. Doch auch ihm spielten die Nerven einen Streich, er schoss in den Abendhimmel von Madrid, die Münchner lagen weiter vorne. Behielt als nun Bastian Schweinsteiger, der sich 120 Minuten mit aller Bravour durch dieses Match gequält hatte, die Ruhe? „Schweini“ tat es und schoss mit dem 3:1 den FC Bayern München zurück in die bayrische Landeshauptstadt – direkt ins Endspiel der Champions League. Für Real Madrid und Trainer Jose Mourinho, der vor der Partie noch große Töne gespuckt hatte, war schon wieder im Halbfinale Endstation. „Mou“ zeigte aber Größe, als er direkt nach dem Abpfiff der erste Gratulant in Kabine der Bayern war. Respekt!

"Tot, aber überglücklich" - Das sagen die Bayern zum Spiel

Die magische Nacht im Santiago Bernabeu hatte alles andere als gut begonnen. Vielleicht war es auch das, was Real Madrid in Sicherheit wiegte gegen „La Negra Bestia“, dem europäischen Angstgegner. Zuerst verwandelte Cristiano Ronaldo einen Handelfmeter schon nach sechs Minuten. David Alaba war ausgerutscht und hatte das Leder nach der Flanke von Marcelo an den Arm bekommen. Eine Entscheidung, die wegen der Dramatik später nicht mehr diskutiert wurde, bei der Referee Viktor Kassai aus Ungarn aber eher falsch lag, denn Alaba verhinderte kein ansonsten sicheres Tor und war – wie schon gesagt – schlichtweg ausgerutscht. Nur acht Minuten später stand es dann auch schon 2:0, weil Mesut Özil die Lücke in einer bis dahin noch katastrophal schlecht organisierten Abwehr der Bayern fand. Sein Pass erreichte CR7, der aus 16 Metern völlig freistehend ohne Mühe blieb, Manuel Neuer ein zweites Mal zu überwinden (14.).

2:0 nach einer Viertelstunde – damit wäre Real Madrid bereits weiter. Aber eine Szene zwischen den beiden Treffern machte dennoch Hoffnung: der Sprint von Pechvogel Alaba über die linke Seite, den er mit einer halbhohen Flanke auf Arjen Robben perfekt abschloss. Der Niederländer aber vergab aus zwei Metern und schoss den Ball über die Latte. Eine Szene, die alle sofort an seine Großchance in Dortmund erinnerte. Trotzdem signalisierte die vergebene Möglichkeit eines: Reals Abwehr war nicht unverwundbar. Nach einer knappen halben Stunde war es dann soweit: Mario Gomez wurde nach der Hereingabe von Toni Kroos einfach umgerempelt – wieder Strafstoß, wieder Robben. Wieder wie beim BVB? Zum Glück nicht. Der Niederländer „zitterte“ die Kugel ins Netz. Iker Casillas war mit den Fingerspitzen dran, aber der Ball landete vom Innenpfosten doch im Tor. Es stand nur noch 2:1, im Santiago Bernabeu herrscht kurzzeitig Stille. Und dann folgte das, was die spanische Zeitung Marca schon zuvor prognostiziert hatte: 90 Minuten im Bernabeu sind lang. Manchmal dauern sie sogar 120 Minuten – Elfmeterschießen inklusive.

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