Von Lucia-Nicole Zima 0
Interview mit Brustkrebsexperten

Shannen Doherty, Sylvie Meis und Co.: Wenn Promis ihre Krebserkrankung öffentlich machen

Shannen Doherty

Shannen Doherty

(© Shannen Doherty / Instagram)

„Beverly Hills 90210“-Star Shannen Doherty schockierte viele, als sie mit ihrer Krebserkrankung im August 2015 an die Öffentlichkeit ging. Doch die amerikanische Schauspielerin ist nicht die einzige. Viele Prominente wie Moderatorin Sylvie Meis, Sängerin Kylie Minogue oder TV-Star Christina Applegate machten ihre Brustkrebserkrankung publik. „Promipool“ hat sich aus diesem Anlass an Dr. Christian Weißenberger gewendet. Als einer der führenden Krebs-Experten hat er uns einige Fragen rund um das Thema Brustkrebs beantwortet.

Zunächst wollten wir von Dr. Christian Weißenberger wissen, was er persönlich davon hält, dass viele Stars, wie beispielsweise Sängerin Anastacia (47) oder eben aktuell Schauspielerin Shannen Doherty (45), ihre Brustkrebserkrankung publik machen: „Als Arzt sehe ich das positiv, wenn Prominente mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit gehen. In vielen Patientengesprächen nehme ich Bezug auf aktuell bekanntgewordene Krebsfälle von Prominenten und nehme dabei wahr, wie stark die Identifikation der Patienten mit ‚ihrem‘ Star in diesem Moment ist“, erklärt der Krebs-Experte in unserem Interview. 

„Prominente besitzen letztlich eine Vorbildfunktion. Lesen Patienten, wie Stars mit ihrer Krebserkrankung umgehen, kann das eine wichtige Funktion haben - zu wissen, dass es Grund zur Hoffnung gibt. Dass die Therapie belastend ist, aber dass die Mühen lohnen. Letztlich vermittelt es auch die Erkenntnis: Krebs kann jeden treffen. Die Statistik, dass jede achte Frau mit Brustkrebs rechnen muss, gilt auch für Prominente“, stellt Dr. Weißenberger im weiteren Verlauf klar. Er als Fachmann für Strahlentherapie und Radioonkologie bei Krebserkrankungen versteht die persönlichen Gründe der Prominenten, mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen: „Es kann für die betroffenen Prominenten auch eine Entlastung bedeuten, offen und ohne Tabus mit ihrer Erkrankung umzugehen“, macht er deutlich. „Davon unberührt ist natürlich auch das Recht, die Erkrankung komplett für sich zu behalten. Die Mehrzahl der ‚prominenten‘ Krebsfälle bleibt geheim.“

Brustkrebs-Risiko: Welche Frauen sind besonders gefährdet?

Weiterhin wollten wir wissen, von welchen Faktoren das Risiko abhängt, an Brustkrebs zu erkranken. Sind es vor allem genetische Anlagen und/oder auch der Lifestyle? „Jede achte Frau muss damit rechnen, mit Brustkrebs im Lauf ihres Lebens konfrontiert zu werden - mit einem Risikogipfel zwischen 65 und 75 Jahren“, erklärte uns Dr. Weißenberger. Jedoch gibt es noch weitere Risikofaktoren. „Grundsätzliche Risikofaktoren neben dem Alter sind: Hormone, Lebensweise und Erbfaktoren. Je mehr Kinder und je länger deren Stillzeit, desto weniger erkrankt die Mutter an Brustkrebs. Ungünstig dagegen sind Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden und vielleicht auch die längere Einnahme der Pille. Sport und Bewegungsfreude schützen gegen Brustkrebs. Alkohol und Übergewicht erhöhen das Risiko“, stellte der Arzt in Bezug auf den Lifestyle klar.

Aber auch die Genetik, auf die wir keinen Einfluss nehmen können, spielt eine entscheidende Rolle. „Keinen Einfluss haben die Frauen auf die genetischen Faktoren: allerdings sind nur 5 Prozent der Frauen von den ‚Brustkrebsgenen‘ BRCA1 und BRCA2 betroffen“, machte uns der Experte im „Promipool“-Interview deutlich.

Über Dr. Christian Weißenberger

Dr. Christian Weißenberger studierte von 1988 bis 1994 Medizin an der Universität Freiburg und startete daraufhin seine Karriere als Assistenzarzt an der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Im weiteren Verlauf seiner medizinischen Laufbahn war er Oberarzt an Kliniken in Heidelberg und Tübingen und hat währenddessen an zehn verschiedenen Forschungsgruppen zu Strahlenreaktionen, Therapiemethoden und Tumoren mitgewirkt. 2012 gründete Dr. Weißenberger das Zentrum für Strahlentherapie in Freiburg, das sich auf Tumor-Strahlentherapien bei Krebserkrankungen sowie chronischen, entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen spezialisiert hat.

„Freiburg Health Race“

Das Engagement des Fachmanns geht aber über die Strahlentherapie hinaus. Am 24. September veranstaltet Dr. Weißenberger in Mooswald nämlich den „Freiburg Health Race“, zu dem nicht nur seine Patienten herzlichen eingeladen sind, sondern an dem auch jegliche andere Interessenten kostenlos teilnehmen können. Auch Ex-„Lindenstraßen“-Star Thorsten Nindel wird ein Teil dieses sportlichen Events sein und verdeutlichen, wie wichtig Sport für die Gesundheit ist.