Von Lucia-Nicole Zima 0
Interview mit Brustkrebsexperten

Shannen Doherty rasiert sich Haare ab: Exklusives Statement eines Krebs-Experten

Shannen Doherty und ihr Freund Kurt Iswarienko kämpfen gemeinsam

Shannen Doherty und ihr Freund Kurt Iswarienko kämpfen gemeinsam

(© Shannen Doherty / Instagram)

Shannen Dohertys Krebsdiagnose war für viele Fans ein Schock. Auf Instagram geht die ehemalige „Beverly Hills, 90210“-Darstellerin offen mit ihrer Erkrankung um und dokumentiert den Verlauf für ihre Fans. Doch das Abrasieren ihrer Haare überraschte viele Follower. „Promipool“ hat sich an den Krebsexperten Dr. Christian Weißenberger gewendet und ihm in diesem Zusammenhang einige Fragen zum Thema Brustkrebserkrankung gestellt.

Im Interview hat „Promipool“ einen der führenden Krebsexperten Deutschlands, Dr. Christian Weißenberger, zum Thema Brustkrebs befragt. Da Shannen Doherty (45) mit dem Abrasieren ihrer Haare für viele Schlagzeilen weltweit sorgte, haben wir uns bei dem Fachmann erkundigt, welchen Grund er hinter dieser Handlung der Schauspielerin vermutet und mussten feststellen, dass sie damit kein Einzelfall ist. „Viele Patientinnen, die vor einer Chemotherapie stehen, wollen nicht warten, bis die Haare büschelweise ausfallen. Sie kommen dem zuvor und lassen sich die Haare abrasieren“, erklärt Dr. Weißenberger und fügt hinzu: „Manchmal geschieht dies sogar im Beisein der besten Freunde - als kleiner lebensfroher feierlicher Akt, der der bevorstehenden Chemotherapie trotzen soll.“ Auch die Aktion von Shannen Doherty kann der Arzt nachvollziehen und erklärt: „Shannen Doherty kann - falls bei ihr noch keine Fernmetastasierung vorliegt - vom Brustkrebs geheilt werden. Da aber bei ihr ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt, erwartet den Hollywood-Star eine intensive Chemotherapie. Der Haarausfall würde also auf jeden Fall bevorstehen.“

Wie hoch sind die Heilungschancen bei Brustkrebs?

Shannen Doherty hat dem Krebs den Kampf angesagt. Doch wie hoch sind die Heilungschancen bei Brustkrebs im Allgemeinen? „Wird der Brustkrebs frühzeitig erkannt, dann sind die Heilungschancen hervorragend“, gibt der Krebsexperte Hoffnung. „Dank deutlich verbesserter Methoden bei Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie könnten inzwischen auch viele Patientinnen mit fortgeschritteneren Stadien - beispielsweise bei ausgedehntem Lymphknotenbefall - geheilt werden. Wichtig ist zu wissen, dass auch bei Fernmetastasierung, meistens Tochtergeschwülste in den Knochen, eine Heilung der Krebserkrankung zwar nicht mehr möglich ist, aber dennoch zahlreiche Therapiemöglichkeiten bestehen. In vielen Fällen sind sehr lange Überlebenszeiten mit guter Lebensqualität möglich“, macht der Fachmann für Strahlentherapie deutlich.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs streut?

Trotz dieses Lichtblicks auf Heilung besteht dennoch die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Krebs, wie im Falle von Shannen Doherty, streut: „Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Gefahr einer Streuung (Metastasierung) steigt mit der Größe des Tumors, mehr aber noch mit anderen Tumoreigenschaften: Lymphknotenbefall, Differenzierungsgrad oder Hormonrezeptorstatus. Grundsätzlich steigt das Metastasierungsrisiko auch dann, wenn der Tumor wieder aufflammt, also ein Rezidiv vorliegt“, fügt er hinzu. „Daher ist die frühzeitige Erkennung des Tumors so wichtig: je früher der Brustkrebs therapiert wird, desto weniger kommt es zur Streuung. An dieser Stelle sei auch darauf verwiesen, dass Sport und Bewegung das Risiko einer Tumorstreuung senken können“, betont der Arzt und geht erneut auf den Fall der „Beverly Hills“-Schauspielerin ein. „Im Fall von Shannen Doherty ist bekannt geworden, dass es - wegen einer fehlenden Krankenversicherung - zu einer verspäteten Diagnose der Erkrankung kam, die dann wohl schon in die Lymphknoten gestreut hatte. Beides - die Verspätung und der Lymphknotenbefall - erhöhen prinzipiell das Risiko für eine spätere Metastasierung.“

Über Dr. Christian Weißenberger

Dr. Christian Weißenberger studierte von 1988 bis 1994 Medizin an der Universität Freiburg und startete daraufhin seine Karriere als Assistenzarzt an der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Im weiteren Verlauf seiner medizinischen Laufbahn war er Oberarzt an den Kliniken in Heidelberg und Tübingen und hat währenddessen an zehn verschiedenen Forschungsgruppen zu Strahlenreaktionen, Therapiemethoden und Tumoren mitgewirkt. 2012 gründete Dr. Weißenberger das Zentrum für Strahlentherapie in Freiburg, das sich auf Tumor-Strahlentherapien bei Krebserkrankungen sowie chronischen, entzündlichen oder de-generativen Erkrankungen spezialisiert hat.

„Freiburg Health Race“

Das Engagement des Fachmanns geht aber über die Strahlentherapie hinaus. Am 24. September veranstaltet Dr. Weißenberger in Mooswald nämlich den „Freiburg Health Race“, zu dem nicht nur seine Patienten herzlichen eingeladen sind, sondern an dem auch jegliche andere Interessenten kostenlos teilnehmen können. Auch Ex-„Lindenstraßen“-Star Thorsten Nindel wird ein Teil dieses sportlichen Events sein und verdeutlichen, wie wichtig Sport für die Gesundheit ist.