Von Nils Reschke 0
Wimbledon 2012

Serena Williams: Scherben bringen am Ende eben doch Glück

„Game, Set, Match – Williams!“ Als diese Worte über den Centre Court von Wimbledon schallten, ließ sich die Siegerin einfach auf den „heiligen Rasen“ in London fallen und genoss den Augenblick.


„Ich bin so glücklich“, rollten Serena Williams Freudentränen über die Wangen. „Ich hätte mir nie erträumt, dass ich jemals wieder hier stehen würde.“ Doch die 30-jährige US-Amerikanerin hatte es geschafft, war ins Finale von Wimbledon eingezogen – und gewann den Titel beim Grand Slam auf der Insel nun schon zum insgesamt fünften Mal. Das musste auch Agnieszka Radwanska neidlos anerkennen.

Als erste Polin überhaupt war Radwanska in ein Endspiel von Wimbledon eingezogen und lieferte Serena Williams einen heißen Kampf. Den ersten Satz verlor sie zwar glatt mit 1:6 gegen die 30-Jährige, im zweiten Durchgang allerdings kämpfte sie sich durch ein 7:5 zurück ins Match, ehe die Kräfte deutlich nachließen. 6:2 stand es dann im dritten und entscheidenden Satz aus Sicht von Serena Williams, die damit auch ihre Schwester Venus einholte. Beide kommen jetzt auf insgesamt 14 Erfolgen bei einem Grand Slam. Was für eine Tennis-Familie! Darüber hinaus ist die US-Amerikanerin die erste Frau, die im stolzen Alter von 30 Jahren noch den Grand-Slam-Titel in Wimbledon verbuchte. Zuletzt war das der legendären Martina Navratilova im Jahr 1990 gelungen.

Dabei hätte sich ihre Karriere um ein Haar dem Ende entgegen geneigt. Es war 2010, kurz nachdem Serena Williams das letzte Mal in Wimbledon triumphiert hatte. In einem Restaurant in München war die Tennisspielerin in eine Scherbe getreten. Eigentlich weniger tragisch, doch nicht in ihrem Fall. Mehrere Operationen waren nötig, Williams zog sich im März 2011 sogar eine Lungenembolie zu. Aufgaben kam für die US-Amerikanerin aber nicht in Frage. Nur ein halbes Jahr später stand sie wieder in einem Finale bei einem Grand Slam, das aber gegen Sam Stosur bei den US Open verloren wurde. Jetzt schließt sich also der Kreis. „Vor zwei Jahren war ich noch im Krankenhaus und jetzt bin hier“, konnte Serena Williams ihr Glück kaum fassen.


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