Von Mark Read 1
Selig live in München

Selig in München: Publikum happy, Band begeistert

Eine der größten und wichtigsten deutschen Rockbands machte gestern München ihre Aufwartung. Wir waren vor Ort und können berichten, dass es eine solche Interaktion zwischen Band und Publikum wohl nicht oft gibt.


Es gibt große Rockstars, die ihre bekannten Hits am Stück runterrattern, zwischendurch ein paar Floskeln ins Publikum sprechen und sich nach maximal einer Zugabe mit dürren Worten von den Fans verabschieden. Doch es geht auch anderes. Selig zum Beispiel sind ebenfalls eine sehr erfolgreiche Band und gelten seit ihren Hits aus den 90ern fast schon als Legenden der deutschen Alternative-Musik. Und trotzdem sind die fünf Hamburger wohl die sympathischsten Stars, die man sich auf einer Bühne vorstellen kann.

Sänger Jan Plewka und seinen Kollegen war gestern die Begeisterung regelrecht ins Gesicht geschrieben. Offensichtlich hatten sie nicht mit solch einem Publikum wie dem im Münchener Backstage gerechnet. Von der ersten Sekunde an feierte der ausverkaufte Laden die Band, sang vielstimmig die Texte von Hits wie "Ist es wichtig?" oder "Schau schau" mit und stachelte die fünf Musiker so immer weiter an. Es war von Anfang an die perfekte Interaktion zwischen Band und Publikum.

Und diese beschränkte sich nicht nur auf die alten Stücke. Auch die vielen Lieder vom aktuellen Album "Magma", das in den Charts auf Platz vier einstieg, wurden begeistert aufgenommen. Mit "Ich lüge nie" ging es sehr hart und rockig los, später feierten die Münchener auch neue Songs wie "Danke" oder "Love & Peace". Doch natürlich wusste jeder, dass die großen Hits aus den 90ern ganz am Ende kommen.

Nachdem sich Selig mit "Bruderlos" zum ersten Mal verabschiedet hatten, forderte ein Chor aus hunderten Kehlen Zugaben. Und die Band ließ sich nicht zweimal bitten: "Sie hat geschrien", "Wenn ich wollte" und natürlich der Megahit "Ohne dich" kamen direkt nacheinander. Wer dachte, dass nach dem letzten Rausschmeißer "Wir werden uns wiedersehen" dann endgültig Schluss war, täuschte sich.

Das Publikum sang den Refrain des Songs einfach weiter, nachdem die Band sich schon verabschiedet hatte. Also kamen die Musiker noch einmal wieder und legten einfach noch einmal einen drauf. Gleichermaßen begeistert wie fassungslos kamen die Jungs aus dem staunenden Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Die sympathische Menschlichkeit der Hamburger rundete einen wunderbaren Abend ab. Einen Abend, den sicherlich auch Selig in angenehmer Erinnerung behalten werden.


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