Von Mark Read 0
Vettel, der Dominator

Sebastian Vettel: Die Jagd nach den Rekorden

Sebastian Vettel betont oft und gerne, dass in seiner Jugend Michael Schumacher sein großes Idol war. Nun ist der Formel-1-Champion aus Heppenheim auf dem besten Wege, selbst zum Idol zu werden. Vettel jagt in der Königsklasse des Motorsports momentan die Rekorde und ist scheinbar nicht zu stoppen.


Sebastian Vettel – und dann ganz lange nichts. So in etwa könnte man die aktuelle Saison in der Formel 1 zusammenfassen. Bereits nach dem 15. von 19 Rennen stand der 24-Jährige als Weltmeister fest. Die Titelverteidigung nach dem Sensations-Coup vom Vorjahr gelang Vettel mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht.

Am gestrigen Sonntag feierte Vettel beim Großen Preis von Indien einen astreinen Start-Ziel-Sieg. Es war sein elfter Triumph im 17. Rennen der Saison. 374 Punkte hat er mittlerweile auf seinem Konto, das sind exakt 134 mehr als der Zweitplatzierte Jenson Button. Als ob sich die Konkurrenz ob der Übermacht Sebastian Vettels nicht schon genug gedemütigt fühlen müsste, knackt der Heppenheimer momentan Rekorde am laufenden Band.

Seitdem Vettels Titelverteidigung unter Dach und Fach ist, steht er als jüngster Doppelweltmeister aller Zeiten in den Geschichtsbüchern. Er hat nun zudem die meisten Führungsrunden überhaupt in einer Saison gedreht, mittlerweile 702. Der alte Rekord von Nigel Mansell stand bei 694 und datierte aus dem Jahr 1992. Einen 19 Jahre alten Rekord knacken – für Sebastian Vettel in dieser Saison kein Problem.

Was kommt jetzt noch? Zwei Rennen stehen in dieser Saison noch aus, und noch gibt es zwei Bestmarken, die der Dominator Vettel angreifen könnte. Da wäre der Rekord an Pole Positions in einer Saison, den bislang ebenfalls Mansell mit 14 hält. Vettel, bislang 13, könnte den Briten also auch hier überholen. Und falls der Heppenheimer die beiden letzten Rennen in Abu Dhabi und Brasilien auch noch gewinnt, könnte er den Rekord seines großen Vorbilds Michael Schumacher einstellen – 13 Triumphe in einer Saison.

Fast unnötig zu erwähnen, dass sich Vettels Team Red Bull auch dieses Jahr wieder die Konstrukteurs-WM gesichert hat. Die Konkurrenz wirkt momentan etwas ratlos und überlegt, wie der Deutsche zu schlagen sein könnte. Fest steht, dass es seit den großen Tagen Schumachers bei Ferrari keinen so überlegenen WM-Titel mehr in der Formel 1 gab wie dieses Jahr. Aus Sicht der Fans, die sich natürlich Spannung wünschen, mag das nicht optimal sein. Aus Sicht aller deutschen Motorsport-Fans ist der Lauf, den Sebastian Vettel hat, einfach nur großartig.


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