Von Nils Reschke 0
FC Bayern München

Schweinsteiger wieder verletzt: Die neuen Leiden des Bastian S.

Endlich einen Titel mit Deutschland gewinnen, oder für Deutschland mal wieder einen Pokal auf europäischer Bühne: Das ist es, was Bastian Schweinsteiger anspornt. Tag für Tag auf dem Trainingsplatz. Doch jetzt ist schon wieder Zwangspause angesagt und „Schweini“ zum Zuschauen verdammt.


2012 soll eigentlich sein Jahr werden. Die Schale will sich der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund zurückschnappen, im DFB-Pokal steht der 27-Jährige mit dem FC Bayern München auch schon im Halbfinale. Und in der Champions League winkt ein Finale in der heimischen Allianz-Arena. Als Bonbon schließlich findet im Sommer auch noch die Europameisterschaft statt. Es sind hohe Ziele, die sich Bastian Schweinsteiger gesteckt hat. Dumm nur, dass ihn nun schon die zweite langwierige Verletzung außer Gefecht setzt. „Schweini“ fehlt den Bayern nach seinem Schlüsselbeinbruch, den er sich in der europäischen Königsklasse im November 2011 gegen den SSC Neapel zuzog, nun schon wieder.

Im Viertelfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart musste Münchens Mittelfeld-Stratege früh ausgewechselt werden. Die niederschmetternde Diagnose: Außenbandriss im Sprunggelenk. Die voraussichtliche Ausfallzeit: mehrere Wochen, vermutlich bis Mitte März. Schweinsteiger fehlt den Bayern also nicht nur im heutigen Match gegen den 1. FC Kaiserslautern, sondern in einer ganz heißen Phase, denn auch das Achtelfinale der Champions League steht unmittelbar bevor. Und in der Liga lassen sich die Konkurrenten vom FC Schalke und Borussia Mönchengladbach auch nicht so recht abschütteln. Der BVB hat mittlerweile sogar die Tabellenführung übernommen. Ganz nebenbei verpasst Bastian Schweinsteiger auch noch das Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich.

Die spannende Frage, die also alle Fußball-Fans beschäftigt, lautet: Wir Schweinsteiger rechtzeitig fit, läuft er dann auch pünktlich zu alter Klasse auf? Denn eine Verletzung auszuheilen, ist die eine Sache, seine Bestform anschließend zu erreichen, eine andere. Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, sieht der ganzen Angelegenheit entspannt entgegen und glaubt, dass Schweinsteiger erst den Bayern, dann der DFB-Elf rechtzeitig und in alter Stärke zur Verfügung stehe. „Ich bin davon überzeugt, dass er bis zum Saisonende fit ist“, spielt Bierhoff den Optimisten. Zu sorglos sollte mit der Personalie freilich nicht umgegangen werden. Denn irgendwann sendet auch der Körper ob der hohen Belastung Signale, die bei allem Eifer für Tore und Titel nicht übersehen werden dürfen. Für Bastian Schweinsteiger beginnt jetzt die schwierigste Phase, nachdem er gerade eben erst wieder Fuß gefasst hatte: die bisweilen nervtötende Reha, während die Kollegen gegen den Ball treten. Verdammt sein zum Zuschauen. Das ist es, was den ungeduldigen Fußballer Schweinsteiger wirklich vor eine Bewährungsprobe stellt.


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