Von Olga Lügenscheidt 0
Heidi Klum und GNTM

Schönheitsideale und die Heidi Horror Picture Show

Durch die Oben-ohne Attacke der FEMEN beim GNTM-Finale und die Magerwahn-Vorwürfe gegen Heidi Klum ist das Thema Schönheitsideale wieder sehr präsent. Doch wer ist eigentlich Schuld daran, dass sich das Schönheitsideal im Laufe der Zeit geändert hat?

Heidi Klum

Der Körper ist das Kapital jedes Models

(© Getty Images / other)

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Heidi Horror Picture Show?

Die FEMEN bezeichnen unserer Heidi als eine "sadistische Schönheits-Diktatorin", naja ganz so schlimm sehe ich das nicht. Natürlich nervt Heid Klum mit ihrer Omnipräsenz in TV und Werbung. Und auch das die letzte Staffel von GNTM unter dem Motto "Closer then ever" stand, hätte man sich sparen können. Dass die Mutti jetzt auch noch alles kommentieren musste und über all ihren Senf dazu gegeben hat, war wirklich unnötig.

Doch wie ist der Stand der Dinge nun wirklich? Gaukelt Heidi Klum den jungen Mädchen eine Welt vor die von furchtbaren Idealen geprägt ist?

Das in den letzten 30 Jahren ausgerechnet das Gewicht zum Maßstab für Attraktivität geworden ist finde ich schon verrückt und weltfremd. Wenn man bedenkt, dass über Jahrhunderte lang die "Venus von Willensdorf", das Schönheitsideal der Gesellschaft darstellte. Oder Marylin Monroe und Bridget Bardot noch bis Ende der Sechziger Jahre als Vorbilder galten: Große Brüste, sanfte Kurven, ja das machte Weiblichkeit aus.

Model sein ist kein Zuckerschlecken

Die Models die sich auf den Laufstegen der Welt hin und her bewegen haben absolut nichts mit Weiblichkeit zu tun. Doch nicht die Models sind diejenigen, welche von sich aus den Magerwahn praktizieren. Es sind vor allem die Designer die Kleider produzieren, die einer untergewichtigen 12-Jährigen passen würden. Es ist bestimmt etwas Wahres dran, dass gewisse Kleidungsstücke an einem schlanken Menschen besser zur Geltung kommen. Doch der Durchschnitt der Gesellschaft wird immer dicker und ironischerweise werden die Models immer dünner.

Die Models müssen sich eigentlich bewusstsein sein, dass sie nichts mehr als menschliche Kleiderständer sind. Und was soll daran bitte toll sein? Viele Models sind sich dessen auch Bewusst und wissen, dass ihr Körper ihr Kapital ist und vermarkten sich auch dementsprechend. Wie zum Beispiel Heidi Klum.

Der schwedische Textilgigant H&M hat nun in einem Interview Stellung zu den Vorwürfen genommen, dass die ihre Models zu dünn seien. Ein Konzern wie H&M hat großen Einfluss auf die Kunden und setzt Trends. Der Vorstandsvorsitzende gibt zu, dass die Models in der Vergangenheit viel zu dünn waren. Nun setzt das Unternehmen auf Plus-Size-Models und Kurvenstars wie Beyonce. Ein erster Schritt zur Besserung.

Heidi wehrt sich gegen die Vorwürfe

Auch Heidi Klum wehrte sich gegen die die Magerwahn-Vorwürfe:"Ich würde meine Mädchen nie als dick bezeichnen. Das ist ein Wort, das kommt nie aus meinem Mund". Heidi selbst war auch nicht die Dünnste und musste am Anfang ihrer Karriere einige Absagen einstecken weil sie nicht super dünn war. Wo Heidi allerdings Recht ist, dass man als Model "in Shape" sein muss und gesunde Ernährung und Sport zum täglichen Brot gehören.

Model sein ist kein Zuckerschlecken und vielleicht sollte unsere liebe Heidi in ihrer Show mehr die Schattenseiten des Business zeigen. Dass der Druck in der Modewelt enorm hoch ist, wird selten angesprochen. Dass durch den Druck Depressionen, Magersucht und andere psychische Krankheiten bei vielen Models ausgelöst werden, wird teilweise totgeschwiegen.


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