Von Nils Reschke 0
DFB-Pokal

Schnick, Schnack, Schnuck: Wer folgt Borussia Dortmund ins Endspiel?

Zwei Mal hat Borussia Mönchengladbach den FC Bayern München in dieser Saison schon geschlagen. Gelingt den Fohlen jetzt sogar der dritte Streich? „Papier“, „Stein“ und „Schere“ jedenfalls werden nicht über Sieg und Niederlage im Halbfinale des DFB-Pokals entscheiden.


Erst schoss sich der FC Bayern München beim 7:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim den Frust von der Seele. Dann demonstrierte der deutsche Rekordmeister im Rückspiel des Achtelfinals der Champions League gegen den FC Basel mit einem 7:0 auch internationale Klasse. Und zuletzt stießen die Bayern dann noch „König Otto“ Rehhagel mit einem 6:0-Kantersieg bei Hertha BSC vom Thron. Das „Mia san mia“ könnte kaum lauter durch die Republik hallen. Allerdings trat in der Hauptstadt beim 6:0 eine andere Szene in den Vordergrund, die nachhaltig den Beweis antreten soll, warum der FC Bayern eben so polarisiert.

Denn noch in der ersten Hälfte, die Münchner lagen bereits 3:0 in Front, knobelten Schlitzohr Franck Ribery und Toni Kroos mit einem Kinderspiel aus, wer denn nun zum nächsten Freistoß antreten darf. „Schnick, Schnack, Schnuck!“ Das sorgte für große Entrüstung allerorten. Da dürfte auch die Gesichtsfarbe von Präsident Uli Hoeneß auf der Tribüne wieder eine gefährliche Röte angenommen haben. Für derlei Schabernack ist der Bayern-Macher bekanntlich ganz und gar nicht zu haben. Ein lauter Aufschrei also, Fans waren erbost über die unfairen Bayern. Dass es sich dabei allerdings um ein „Plagiat“ handelte, ging völlig unter: Schon Mike Hanke und Marco Reus von Borussia Mönchengladbach hatten im Derby gegen den 1. FC Köln den Rivalen vom Rhein gedemütigt. Damals fanden es alle bestenfalls lustig.

Geht es um den FC Bayern München, wird eben doch gerne mit anderem Maß gemessen. Messen lassen müssen sich jedenfalls heute Abend sämtliche Könige des gepflegten Kinderspiels im zweiten Halbfinale um den DFB-Pokal. Dann wollen die Gladbacher den Bayern im Borussia-Park ab 20.30 Uhr schon wieder ein Bein stellen – zum dritten Mal in dieser Saison. Der Endspielgegner steht fest: Borussia Dortmund. Ebenfalls sicher ist: Der Kontrahent des BVB im Berliner Olympiastadion am 12. Mai wird in 90, vielleicht in 120 Minuten, eventuell auch im Elfmeterschießen ermittelt. Aber ganz bestimmt nicht beim „Schnick, Schnack, Schnuck“!


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