Von Nils Reschke 0
Fußball-Bundesliga

Schiedsrichter Babak Rafati spricht erstmals über seinen Suizid-Versuch

Dieser Vorfall schockte die Bundesliga und rüttelte die Verantwortlichen auch wach. Babak Rafati konnte und wollte dem Druck als Schiedsrichter offenbar nicht mehr standhalten und versuchte in einem Kölner Hotel, sich das Leben zu nehmen.


Fast ein halbes Jahr ist schon wieder vergangen, da hielt die Fußball-Bundesliga den Atem an. In Köln machten schnell Gerüchte die Runde, die sich dann in großen Teilen tatsächlich bewahrheiten sollten, so dass die Partie zwischen dem gastgebenden FC und dem 1. FSV Mainz 05 sogar kurz vor dem geplanten Anpfiff abgesagt wurde. Der angesetzte Schiedsrichter war nicht erschienen. Seine Kollegen hatten Babak Rafati nach einem Suizid-Versuch in dessen Hotelzimmer aufgefunden. Die Liga reagierte geschockt. Kurze Zeit später dann wenigstens die Erleichterung: Rafati war über den Berg.

Jetzt meldete sich der Unparteiische erstmals zu Wort und gab der Bild-Zeitung ein Interview. Die zitiert Babak Rafati wie folgt: „Es war ein Glücksfall, dass ich rechtzeitig Hilfe bekommen haben“, sagt der Schiedsrichter heute, sichtlich froh, dass sein ursprüngliches Vorhaben nicht geglückt war. Er sei in einer scheinbar ausweglosen Situation gewesen, rang Rafati nach Erklärungen für den Suizid-Versuch. Heute geht es dem Unparteiischen sichtlich besser. Er wirkt gelöst, doch ein Comeback in der Bundesliga wird es wohl eher nicht mehr geben.

„Ich bin wieder gesund.“ Das ist die wohl schönste Nachricht an diesem Vorfall, der vielen die Augen geöffnet hatte. Das Kicker-Sportmagazin publizierte bislang beispielsweise in seiner großen Umfrage unter allen Bundesliga-Profis auch immer die schlechtesten Schiedsrichter. Diesen Punkt schloss das Fachblatt mittlerweile aus und reagierte so auf den Fall Rafati. Der hatte sich nahe Hannover in einer Behandlung begeben, um gegen die Depressionen anzukämpfen. Dann kam er bei einen Asien-Urlaub mit seiner Freundin zur Ruhe.


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