Von Sabine Podeszwa 0
Wegen einer Puppe

Sarah Kuttner wegen Rassismus angezeigt!

Sarah Kuttner wurde nach ihrer Lesungen in Hamburg am Freitagabend angezeigt. "Rassismus" lautet der Vorwurf und der Kläger ist ein Hamburger mit äthiopischen Wurzeln, der sich durch die Moderatorin und Schriftstellerin beleidigt fühlte. Was ist da passiert?


Sarah Kuttner traute ihren Augen kaum, als ihr nach einer Lesung in Hamburg eine Anzeige ins Haus flatterte. Eigentlich wollte sie dort nur ihren neuen Roman "Wachstumsschmerz" vorstellen, doch offenbar ging dies ganz schön in die Hose, jedenfalls für einen Gast. Dieser fühlte sich durch die Lesung dermaßen beleidigt, dass er die Moderatorin und Schriftstellerin kurzerhand anzeigte. Was war passiert? Sarah erzählte von einer "Negerpuppe", die sie als Kind geschenkt bekommen hatte. Anscheinend konnte sie die nicht leiden und machte dies in der Lesung deutlich. Benjamin Bäuml (37), ein Hamburger mit äthiopischen Wurzeln, fühlte sich dadurch diskriminiert.

"Sie zog über diese 'Negerpuppe' her, ließ sich über deren 30 Zentimeter große 'Schlauchbootlippen' aus und wiederholte, wie ekelhaft und widerlich sie diese großen Lippen fand. Sie habe die Puppe wegschmeißen müssen, weil es keinen Sinn gehabt habe, sie zu behalten" wird Benjamin Bäuml von der Hamburger Morgenpost zitiert.  "Ich bin zu dieser Lesung gegangen, weil ich Sarah Kuttner eigentlich ganz witzig fand. Aber das war einfach nur rassistisch!"

Sarah Kuttner kommentierte den Vorfall bisher nur auf ihrer Facebook-Seite. Dort schreibt sie: "Ach du liebeslieschen Hamburg! Das war ja wohl das furioseste Lesetour-Finale ever! Direkt nach dem Signieren kam nämlich die Polizei, weil einer von Euch mich angezeigt hat! Habe eine professionelle Aussage gemacht und werde jetzt wohl Ehrenmitglied der Hamburger Polizei.  Danke für den irren Abend! Jetzt gebe ich es mir so richtig rockstarmäßig mit Gemüse!"


Teilen:
Geh auf die Seite von: