Von Nils Reschke 0
Tatort aus Köln

Sängerin Schmidt liefert düsteren Titelsong für Ballauf und Schenk

Dieser „Tatort“ aus Köln ging unter die Haut. Das hatte er vor allem einen tollen Drehbuch und einem emotionalen Titelsong zu verdanken.


56 Mal standen Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär nun schon für den „Tatort“ vor der Kamera. In Köln ermitteln sie als Max Ballauf und Freddy Schenk – zuletzt eher mit mäßig interessanten Kriminalgeschichten. Vieles deutete darauf hin, dass sich die meisten Zuschauer einfach sattgesehen haben an diesem Duo. Doch der Köln-Krimi vom Sonntagabend war anders, vor allem war er besser. „Scheinwelten“ wusste zu überzeugen. Spannend, intelligent konstruiert und untermalt mit einem Titelsong, der beim TV-Publikum eine Gänsehaut hervorzauberte. Genauso wie die Eröffnungsszene.

Ein Mann verlässt eine Pokerrunde. Er fährt nach Hause und bereitet mit einem großen Messer das Frischfutter für seine zwei Katzen zu. Dann geht er in den Raum nebenan, schließt die Küchentür – und kehrt nicht zurück. Die Katzen machen sich selbstständig ans Futter. Es soll ihr letztes bleiben. Sie verwüsten im Zeitraffer in den kommenden Tagen die Küche, werden Katzenfutter in Dosen aus dem Schrank. Nur öffnen können sie es nicht. Die Tiere schlecken Kondenswasser vom Küchenfenster und verenden langsam. Und dazu singt Sängerin Schmidt ihren bewegenden Song „Heart Shaped Gun“ – was für ein Auftakt beim 56. „Tatort“ aus Köln, der einen fortan in seinen Bann zieht.

Im Mittelpunkt bei „Scheinwelten“ steht Staatsanwalt Wolfgang von Prinz, dargestellt von Christian Tasche. Er hat sich mit seiner wesentlich jüngeren Frau Beate sichtlich auseinandergelebt. Sie gerät ins Visier der Fahnder und wird zur Hauptverdächtigen im Mordfall, vertritt sie doch den Vater des ermordeten Sohnes – und hat es dabei offensichtlich auf sein reichlich vorhandenes Geld abgesehen. Johannes Rotter spielte zuletzt noch in einer Nebenrolle des Münsteraner Jubiläums-Tatorts „Das Wunder von Wolbeck“ mit, der viel Kritik einstecken musste. Dieses Mal schreib er das erste Mal das Drehbuch – und was für eines!


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