Von Kathy Yaruchyk 0
Drastische Worte

Russell Brand stellt Hugo Boss bei den “GQ-Awards” als Nazi-Schneider bloß

Russell Brand ist für seinen etwas eigenen Humor und für sein loses Mundwerk bekannt. Doch jetzt ist ihm die Zunge etwas zu weit durchgegangen. Bei der Verleihung der "GQ-Awards" sprach er ganz offen über die Nazi-Vergangenheit des Hauptsponsors Hugo Boss. Danach gab es richtig Ärger.

Russel Brand macht Nazi-Witz bei GQ-Awards

Hugo Boss fand Russell Brand gar nicht witzig

(© Getty Images)

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Bei der diesjährigen Verleihung der “GQ-Awards” hat der Komiker Russell Brand eine sehr ungewöhnliche Dankesrede gehalten. Als er seinen Preis abholte erinnerte er an ein Firmenkapitel, welches die Luxus-Männermarke Hugo Boss sicherlich nicht gerne in der Öffentlichkeit breittritt.

Die Bekleidungsfirma hatte während der Zeit des Dritten Reiches Uniformen für SA, SS, Wehrmacht und die HJ gefertigt. Heute hat Hugo Boss sich ein respektables Image aufgebaut, welches die Marke unter anderem mit Sponsoring großer Veranstaltungen, wie eben dem “GQ-Award” pflegt. Dieses Jahr hat das Label für die Auszeichnung des Herrenmagazins rund 250 000 Pfund ausgegeben.

Von seiner Rede waren die Anwesenden entsetzt

Etwa in der Mitte seiner Laudatio schockte Russell das Publikum mit folgendem historischen Rückblick: “Wer sich mit Geschichte und Mode etwas auskennt, wird wissen, dass Hugo Boss die Uniformen für die Nazis gemacht hat.” Brand trat anschließend verbal nach, “Die Nazis hatten ihre Mängel, aber sie sahen verdammt gut aus.”

Auch die Verdrängung der Vergangenheit durch den Konzern kritisierte Brand scharf. “Wir verkauften damals jede Menge. Wir hatten so viele Kunden in den 1930ern, dass wir uns nicht an alle erinnern können,” prangert er die “Vergesslichkeit” von Hugo Boss an.

Zur gestischen Untermauerung seiner Worte machte Russell den Nazi Gruß und deutete mit zwei Fingern einen Hitler-Bart an.Da der Komiker aber bemerkte, dass sein Späßchen bei den Zuhörern nicht gut angekommen war, ruderte er zurück. Er betonte überdeutlich, dass alles Spaß sei und man das Leben nicht so ernst nehmen sollte.

Russell veröffentlichte Streit mit “GQ”- Redakteur auf Twitter

Ernst genommen haben seinen Auftritt aber die Veranstalter. Nach Informationen von welt.de war Russells Anwesenheit bei der After-Show Party des Events nicht mehr gewünscht.Außerdem gab es einen heftigen Wortwechsel zwischen ihm und Dylan Jones, dem Chefredakteur der Zeitschrift. Das Gespräch postete Russell später via Twitter. Dylan Jones soll zu Brand gesagt haben: “Was du getan hast, war sehr beleidigend für Hugo Boss.” Darauf antwortete Brand: “Was Hugo Boss getan hat, war sehr beleidigend für die Juden.”


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