Von Nils Reschke 0
Ex-Manager erzählt

Rudi Assauer: Autobiografie enthüllt seine Alzheimer-Erkrankung

Angst vor Alzheimer: Die quälte Rudi Assauer sein Leben lang. Jetzt wurde der ehemalige Manager vom FC Schalke 04 von dieser tückischen Krankheit gefangen genommen. Das verrät Assauer in seiner Autobiografie, die in Kürze erscheinen wird.


Wer erinnert sich nicht an den frischen, frechen Werbespot einer Biermarke, in dem sich Rudi Assauer und seine ehemalige Lebensgefährtin Simone Thomalla selbst so richtig aufs Korn nehmen? Doch die Zeit der Späße sind vorbei. Rudi Assauer, langjähriger Manager von Schalke 04, soll an Alzheimer erkrankt sein. In seiner Autobiographie, die den Titel „Wie ausgewechselt – Verblassende Erinnerungen an mein Leben“ trägt, erzählt der Mann, der als Macho-Rudi einst in der Bundesliga ein gehöriges Wort mitsprach, nicht nur Anekdoten aus seiner Fußballzeit, sondern widmet sich auch seiner Erkrankung, vor der er immer solche Angst hatte.

"So richtig Schiss" habe Rudi Assauer immer davor gehabt, dement zu werden. Seine Familie ist vorbelastet. Assauers Bruder leidet ebenfalls an der tückischen Krankheit. Auch seine verstorbene Mutter hatte Alzheimer. Bereits seit einem Jahr ist der mittlerweile 67-Jährige in Behandlung. „Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter“, das schwirrte ihm oft im Kopf herum, zitiert die „Abendzeitung“ Passagen aus seiner Autobiographie. Die soll in den kommenden Tagen im Riva-Verlag erscheinen. Beim Online-Kaufhaus Amazon ist es für den 27. Februar 2012 gelistet, trägt dort noch einen anderen Titel: „Mein Leben“. Auf seiner eigenen Homepage schreibt Rudi Assauer nur: "Viele haben sich gefragt, warum es in letzter Zeit so ruhig um mich geworden ist. In den letzten Wochen und Monaten habe ich viel Zeit und Energie in mein Buch gesteckt: Die Autobiografie mit allen Stationen vom Kegeljungen aus Herten bis 'Auf Schalke'. Ich freue mich, dass es nun bald erscheint."

Zu erzählen hat Rudi Assauer gewiss viel aus der bunten Welt des Fußballs: Amüsantes, sportliche Berg- und Talfahrten, wenn da nicht dieses düstere Kapitel wäre. Als Fußballer hat er schließlich viel erlebt: Mit Borussia Dortmund wurde Assauer 1966 Europapokalsieger der Pokalsieger, mit Werder Bremen erlebte er 1970 den legendären Pfostenbruch am Mönchengladbacher Bökelberg. Bei den Norddeutschen startete „Stumpen-Rudi“, Markenzeichen: Zigarre, auch 1976 seine zweite Karriere als Manager, ehe er 1981 nach Schalke ging. Dort wurde er 1986 entlassen, 1993 wieder angeheuert – und mit Rudi Assauer erlebte der FC Schalke goldene Jahre: 1997 holten die Eurofighter mit Trainer Huub Stevens, der in Assauers Autobiografie das Vorwort geschrieben hat, den UEFA-Cup. 2001 und 2002 wurde Schalke DFB-Pokalsieger. 2001 erlebten die Königsblauen aber auch die größte sportliche Tragödie: Schalkes Meisterschaft der Herzen, nach der Rudi Assauer lauthals und unter Tränen verkündete: "Ich glaube nicht mehr an einen Fußballgott." 2006 trat er von allen Ämtern „Auf Schalke“ zurück. Heute lebt Rudi Assauer, inzwischen wieder getrennt von seiner Lebenspartnerin, der 21 Jahre jüngeren Britta, bei seiner 46-jährigen, unehelichen Tochter Bettina.


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