Von Nils Reschke 0
Film-Dokumentation

Roman Polanski: "A Film Memoir" erzählt von seinen tragischen Tiefpunkten

Ruhm und Erfolg sind nicht alles im Leben. Das musste Regisseur Roman Polanski früh feststellen. Seine Ehefrau Sharon Tate wurde hochschwanger brutal ermordet, Polanski selbst wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt. In einer neuen Dokumentation steht Polanski in einem bewegenden Interview Rede und Antwort.


Es muss nicht immer die Traumfabrik Hollywood sein, ein mit viel Action beladener Movie oder die gefühlsduselige Romanze. So manches Leben erzählt eben noch die spannendsten Geschichten. Im Fall von Regisseur Roman Polanski sind die meisten von ihnen eher tragischer Natur. Heute läuft die Dokumentation über sein Leben in deutschen Kinos an. „Roman Polanski: A Film Memoir“ blickt zurück auf die zahlreichen Tragödien, die dem 1933 in Paris geborenen Polanski widerfahren sind. Sein Freund Andrew Braunsberg traf Roman Polanski zum Gespräch während seines ausgesprochenen Hausarrestes in der Schweiz.

1968 war Roman Polanski von England in die Vereinigten Staaten umgezogen, wo ihm der wohl endgültige Durchbruch gelang. Ein Jahr zuvor hatte der Regisseur mit „Tanz der Vampire“ bereits große Erfolge gefeiert, aber „Rosemaries Baby“ stellte diese Erfolge noch einmal in den Schatten. Mit seiner Frau, der Schauspielerin Sharon Tate, erwartete er Nachwuchs – bis zu jener schicksalhaften Nacht. Polanski war nicht zu Hause, Sharon Tate hatte Besuch. Sie und ihre Gäste wurden Opfer eines kaltblütigen Überfalls der Manson Family, einer Sekte angeführt von Charles Manson. Polanski verarbeitete dieses Trauma nur schwer.

Ein weiteres düsteres Kapitel in Roman Polanskis Leben sind natürlich auch die Vorwürfe, sich 1977 an einem erst 13-jährigen Mädchen sexuell vergangen zu haben. Polanski erklärte sich dem außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen schuldig, doch weil das Gericht offensichtlich die Empfehlung einer Bewährungsstrafe nicht folgen wollte, floh der Regisseur nach London. Jahre später, im September 2009, wurde Polanski am Flughafen Zürich dann doch festgenommen. Diese und viele weiteren Tiefpunkte im Leben des begnadeten Regisseurs kommen zur Sprache, ebenso das Leben der Familie Polanski in einem Krakauer Ghetto. Ein Gespräch, das unter die Haut geht.


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