Von Nils Reschke 0
ESC 2012

Roman Lob: Starker Auftritt, tolle Aufholjagd - und ein achter Platz

Eigentlich, das muss auch der Betrachter ohne schwarz-rot-goldener Brille zugeben, hätte sich Roman Lob einen Platz in den Top Five ja durchaus verdient gehabt. Musikalisch jedenfalls lag er ganz weit vorne. Am Ende wurde es Rang acht – und auch damit konnten alle gut leben. Gut gemacht, Roman!


Das war er also: Der 57. Eurovision Song Contest 2012, der – wie von vielen Experten erwartet wurde – von Schweden und Sängerin Loreen gewonnen wurde. Für die Skandinavier war es der fünfte Sieg beim Musikwettbewerb, der am Ende allerdings auch für Deutschland und Roman Lob noch versöhnlich endete. Doch zwischendurch, als die Hälfte der 42 teilnehmenden Nationen ihre Stimme abgegeben hatten, musste einem Angst und Bange werden um die Endplatzierung des sympathischen 21-Jährigen. Irgendwo ganz hinten, ganz abgeschlagen im Feld der 26 Final-Beiträge war Roman zu finden. Nicht zum ersten Mal zeichnete sich beim Grand Prix ein aus deutscher Sicht Schreckensszenario ab – aber es kam ja glücklicherweise anders.

Bildergalerie: Die Top Ten des ESC 2012

Denn bei den darauffolgenden 21 Nationen, die ihre Punkte vergaben, kam „Standing Still“ wesentlich besser an. Als Irland seinen guten Musikgeschmack bewies und dann als letztes Land noch einmal zehn Punkte für Roman Lobs Auftritt vergab, war klar: Im letzten Moment überholte Deutschland mit 110 Punkten noch Italien. Roman und seine Delegation durfte stolz sein über das Erreichte. Immerhin war der deutsche Beitrag am Ende der beste westeuropäische. „Super glücklich“ fühle er sich nun, ließ Roman Lob dann auch die TV-Zuschauer, die ausreichend Stehvermögen bewiesen hatten, zu später Stunde wissen.

Auch Thomas D., Jury-Präsident bei „Unser Star für Baku“, war happy über das Erreichte und beglückwünschte wie sein Sänger auch die Schweden zu ihrem Erfolg. 18 Ländern, auch die deutsche Jury, vergaben die Bestwertung von zwölf Punkten. „Loreen ist super sympathisch und ich wünsche ihr jetzt viel Erfolg bei ihrer Karriere“, gratulierte Roman, sympathisch wie er ist, der Schwedin. Glücklicherweise hatten dann auch einige Nationen Musikgeschmack bei Deutschlands Song bewiesen, denn „Standing Still“ drohte anfangs zum Fiasko zu werden. Und eine schlechtere Platzierung als die Top Ten hätte den Wettbewerb, bei dem das musikalische Niveau bei nicht wenigen Beiträgen nun wirklich auf der Strecke blieb, ad absurdum geführt. Gratulation, Roman Lob, für eine tolle Vorstellung! Das war Musik pur, ohne großen Schnickschnack und „handwerklich“ vom Feinsten interpretiert.


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