Von Nils Reschke 0
ESC 2012

Roman Lob ist mit „Standing Still“ Deutschlands Star für Baku

Es ist vollbracht! Nach Nicole und Lena soll Roman Lob also den Titel-Hattrick beim Eurovision Song Contest 2012 komplettieren. Der 21-Jährige reist für Deutschland im Mai nach Baku, und sein Titel, mit dem er möglichst erfolgreich abschneiden möchte, lautet „Standing still“.


„It´s a boy!“ Es ist ein Junge! Nein, Thomas D. ist nicht der erste Mann weltweit, der ein Neugeborenes zur Welt brachte. Aber im übertragenen Sinne passt dieser Vergleich natürlich vorzüglich. Denn Roman Lob ist natürlich eine der großen Entdeckungen des Jury-Präsidenten, der antrat, um für Deutschland unseren „Star für Baku“ zu finden. Dass es angenehmere Aufgaben gibt, ist auch klar. Schließlich hatte zuvor Jury-Mitglied Stefan Raab 2010 Lena zum Sieg geführt und war maßgeblich mit seinen Ideen dafür verantwortlich, dass Deutschland im vergangenen Jahr eine Show allererster Güte in Düsseldorf auf die Bühne gezaubert hatte. Die Bühne gehörte gestern Abend den beiden Finalisten: Ornella de Santis und Roman Lob. Die präsentierten zunächst jeweils drei neue Songs. Von denen durften die Zuschauer dann zunächst ihren Lieblingstitel auswählen.

Und schon hier zeigte sich: Thomas D. hatte als neuer Jury-Präsident gute Arbeit geleistet. Es standen nicht nur zwei gesanglich hervorragende Interpreten auf der großen Showbühne. Auch die vorgestellten Songs passten. Zwei Favoriten für den großen Showdown, dem Duell zwischen Ornella und Roman, kristallisierten sich aber dennoch heraus. Sinnigerweise hatten die TV-Zuschauer nicht nur die beiden besten Sänger der Castingsshow „Unser Star für Baku“ ins Finale gevoted. Sie suchten sich auch die beiden Songs aus, die die zwei Kandidaten im Vorfeld selbst favorisierten. Das Gespür des Zuschauers zu Hause auf dem Sofa: Das ist es ja auch, was das Konzept dieser Show stets vorgesehen hatte. Und dieser Plan ging auf. Stefan Raab stellte noch vor dem großen Finale treffend fest: „Die Spreu vom Weizen hat sich längst getrennt. Jetzt ist nur noch Weizen da. Und daraus werden die Brötchen gebacken.“

Also dann:  Ornella durfte als erste ran und präsentierte mit „Quietly“ eine gefühlvolle Ballade, für die sich 70 Prozent der TV-Zuschauer entschieden hatten. Alina Süggeler, die in der Pause im  feuerroten wie heißen Einteiler selbst mit ihrer Band Frida Gold eine tolle Performance hinlegte, brachte es nach Ornellas Darbietung auf den Punkt: „Du hast uns umarmt.“ Dann rockte Roman Lob mit „Standing Still“ die Bühne, eine Komposition von Jamie Cullum, die direkt einschlägt in den Gehörgang. Und sie scheint für den sympathischen 21-Jährigen wie maßgeschneidert. Die Entscheidung des Fernsehpublikums hätte trotzdem kaum knapper ausfallen können: Mit 50,7 Prozent sicherte sich Roman Lob am Ende sein Finalticket für Aserbaidschan. Der hauchdünne Ausgang des Votings darf aber auch als Kompliment für Ornella de Santis verstanden werden. Ihr Auftritt war nicht minder gut, letztendlich war es nur eine Frage des Geschmacks, die die Republik beantwortet hatte. Und erstmals haben wir Stefan Raab bei der Entscheidung sprachlos erlebt. Es war also ein rundum gelungener Abend. Harren wir der Dinge, die da am 26. Mai in Baku kommen...

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