Von Mark Read 0
Ex-ESC-Teilnehmer im Interview

Roman Lob: "In die DSDS-Jury würde ich nicht gehen"

Im zweiten Teil unseres Exklusiv-Interviews spricht Roman Lob über Privatsphäre, Facebook, Heimatverbundenheit und das Problem, als Castingshow-Sieger im Musikgeschäft Anerkennung zu finden.

Promipool: Hast du dich jemals gefragt, was aus dir geworden wäre, wenn du nicht an „Unser Star für Baku“ teilgenommen hättest?

Roman Lob: Dann stünde ich heute vermutlich immer noch in der Werkstatt und würde Maschinen reparieren (lacht). Ich würde wohl immer noch Musik machen, aber eher hobbymäßiger. Aber man weiß ja eh nicht, wie es wirklich gekommen wäre.

Promipool: Du bist natürlich auch bei Facebook unterwegs und hast dort neulich ein süßes Babyfoto von dir gepostet. Lässt du deine Fans gerne an deinem Privatleben teilhaben?

Roman Lob: Ja schon. Aber natürlich gibt es auch bei mir Grenzen. Auch Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, haben irgendwo Anspruch auf ein Privatleben. Das angesprochene Babyfoto habe ich vor langer Zeit mal in einer Kiste bei meinen Eltern gefunden und eingescannt. Jetzt habe ich das wieder entdeckt und dachte mir: „Diese Baby-Speckärmchen – das sieht so süß aus, das musst du deinen Fans zeigen.“

Promipool: Aber es gibt auch Dinge, die du nicht veröffentlichen würdest.

Roman Lob: Klar. Aber das ist, glaube ich, bei vielen Leuten der Fall. Ich glaube nicht, dass die Leute alles über eine Rihanna oder Beyoncé wissen. Und das ist auch gut so! Man muss immer ein bisschen was für sich behalten.

Promipool: Aber kannst du es verstehen, dass es die Leute interessiert, ob du eine Freundin hast?

Roman Lob: Natürlich. Die wollen alles von ihrem Idol wissen – aber es gibt Sachen, die sind nun mal geheim. Manchmal kommen sie ja später trotzdem raus – ob gewollt oder nicht.

Promipool: Du bist ein heimatverbundener Typ und wohnst immer noch in Rheinland-Pfalz. War es für dich nie eine Option, in eine Metropole wie Berlin zu ziehen?

Roman Lob: Ich bin erst kürzlich nach Koblenz gezogen, was ja immerhin eine größere Stadt ist. Eigentlich hatte ich schon immer Bock auf Berlin und hatte mir schon ernsthaft überlegt, ob ich die Option einfach mal ziehen soll. Aber dann war es mir doch irgendwie zu riskant – schließlich sind hier die Jungs aus meiner Band und ich kann das Studio von Thomas D benutzen. Außerdem habe ich so viele Freunde hier, und ich mag es einfach ländlich. Es ist cool hier, und ich habe mich jetzt entschlossen, mein Ding auf dem Land durchzuziehen. Ich bin schon ein Stadtmensch, aber manchmal braucht man einfach die Ruhe, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen.

Promipool: Könntest du dir als jemand, der durch eine Castingshow bekannt wurde, eigentlich vorstellen, einmal selbst in der Jury von „DSDS“ oder einer ähnlichen Show zu sitzen?

Roman Lob: Ganz offen gesagt: zu DSDS würde ich nicht gehen. Da wird mir einfach zu sehr verheizt, und ich finde es schade, dass es Jahr für Jahr so ist, dass die Sieger eigentlich gar keine Chance auf eine langlebige Karriere haben. Auch weil sie nicht weiter supportet werden. Ich bin aber momentan für KiKa in der Jury von "Mein Song". Da können Kinder selbst Songs schreiben, und es geht nicht um die Stimme oder um das Aussehen, sondern nur um den Song. Wir beraten die Kids und sagen, was sie besser machen können. Was mir da ganz wichtig ist: Die Kinder werden nach dem Finale auch noch weiterhin unterstützt.

Promipool: Spricht da die Erfahrung des Castingshow-Teilnehmers aus dir?

Roman Lob: Ich weiß selbst, wie schwer es ist, als Castingshow-Teilnehmer in der Musikwelt Ansehen zu erlangen. Daher ist es gut zu wissen, dass ich auch weiterhin den Support durch Thomas D habe und dass er weiß, dass ich Potenzial habe.

Promipool: Also lautet das Ziel: Auch in zehn Jahren noch Platten veröffentlichen und auf Tournee zu gehen?

Roman Lob: Das ist auf jeden Fall das Ziel, das ich mir setze! Auch in zehn Jahren will ich die Leute noch mit der Musik, die ich mache, faszinieren.

Zurück zum ersten Teil des Interviews: Roman Lob spricht über sein neues Album, über die Arbeit mit Thomas D und den Eurovision Song Contest


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