Von Nils Reschke 1
Wimbledon 2012

Roger Federer: Der King ist tot, lang lebe der King

Er war der König von Wimbledon. Er ist es wieder. God save the Tennis-King. Roger Federer hat sich nach einem vermeintlichen Formtief auf dem heiligen Rasen von London zurückgemeldet und zerstörte damit auch einen ganz großen Traum.


Mit Andy Murray hatte seit 1938 endlich einmal wieder ein Brite das Finale bei den All England Championships erreicht. Eine ganze Insel stand Kopf. Aber Murray konnte den totalen Triumph nicht realisieren. Einer stand im Weg, den viele Experten schon abgeschrieben hatten. Der Schweizer Roger Federer dominierte das Finale von Wimbledon, obwohl er den ersten Satz noch mit 4:6 abgegeben hatte. Beim 7:5 im zweiten Durchgang folgte die Wende. Andy Murray war anschließend chancenlos, Federer gewann auch die folgenden Sätze mit 6:3 und 6:4 – und damit auch Wimbledon 2012.

Damit nicht genug: Denn Roger Federer ist zum einen wieder die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Und in Wimbledon trug er sich ohnehin in die Geschichtsbücher ein. Für den Schweizer war es bereits der siebte Erfolg auf dem „heiligen Rasen“. Das hat vor ihm nur noch Pete Sampras geschafft. Nicht ganz dreieinhalb Stunden dauerte die eindrucksvolle Vorstellung, dann stand der 31-Jährige als Champion fest. Federer selbst bezeichnete diesen Augenblick als einen „magischen Moment“, er könne nicht glücklicher sein. „Ich hatte eine harte Zeit in den vergangenen Jahren. Dieser Sieg kommt zur richtigen Zeit.“

Gewonnen hätte sicherlich auch sein Kontrahent Andy Murray gerne die All England Championships. Für den Schotten war es bereits das vierte Finale in einem Grand Slam – aber alle vier Endspiele gingen bislang auch verloren. Somit taugte Murray nur zum tragischen Helden. Er gab sich später kämpferisch: „Ich werde es weiter versuchen, aber es wird nicht leicht.“ Dann rannen ihm Tränen über die Wangen. Zu groß war wohl der Druck, der auf ihn lastete, zu groß die Enttäuschung, die Erwartungen der vielen Fans nicht erfüllen zu können. Auch Andy Murray war in der Stunde der Niederlage ein echter Sieger.


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