Von Stephanie Neuberger 0
Fluch oder Segen

Robert Pattinson und Co.: Wenn eine Rolle zur Last wird

Eine Rolle über mehrere Jahre hinweg zu spielen, wie es zum Beispiel Robert Pattinson und Kristen Stewart in "Twilight" machen, kann zur Last werden. Denn nicht selten werden Schauspieler nur auf den einen Charakter reduziert und können sich nicht als talentierte Darsteller in anderen Rollen beweisen.


Eine Rolle für mehrere Jahre oder ein paar Filme lang zu spielen, kann Fluch und Segen zugleich sein. Vor allem wenn man mit dieser Rolle den großen Durchbruch schafft. Der Segen ist damit bereits erklärt. Eine erfolgreiche Filmreihe macht die Schauspieler berühmt und verhilft ihnen wie bereits erwähnt zum Durchbruch. Der Fluch ist meiner Meinung nach ebenso offensichtlich. Denn es fällt manchen Schauspieler schwer, sich von diesem einen berühmten Charakter zu lösen und auch in anderen zu überzeugen. Dieses Problem erschaffen nicht zuletzt die Fans, die ihren Star auf den einen Film reduzieren.

Dieses Schicksal ereilt zumindest zum Teil auch die Stars aus „Twilight“. Während Kristen Stewart auf den Film stolz ist und ihn laut eigener Aussage auch privat anschaut sowie stets gerne zu ihrer Rolle Bella Swan Rede und Antwort steht, ist Robert Pattinson von den ständigen „Twilight“-Fragen genervt. Ein Beispiel dafür ist eine Situation in Cannes. Dort wollte Rob seinen neuen Film „Cosmopolis“ vorstellen, wurde von einigen Journalisten nur zu seiner Vampirrolle befragt. Da platzte sogar „Cosmopolis“-Regisseur David Cronenberg die Hutschnur. Verständlicherweise, immerhin sollte es um seinen Film gehen und nicht um die Vampirgeschichten.

Auch wenn die Filmreihe für Rob und Kristen Stewart das große Los war, hat es auch Nachteile. Die Schauspieler müssen sich beweisen und die Frage klären: Können sie mehr als diese Rollen?

Bei Robert Pattinson bin ich der Meinung, dass er mehr kann. Der Schauspieler überzeugt auch in anderen Filmen und zeigt neue Facetten. Obwohl seine Darbietungen als Edward Cullen gut sind und ich auch ein begeisterter „Twilight“-Fan bin, sind wir uns wohl alle einig, dass es sich dabei nicht um eine tiefgründige Charakterdarstellung handelt, die oscarpreisverdächtig ist. Macht aber auch nichts.

Kristen Stewart möchte allem Anschein nach nicht von ihrer Bella Swan Rolle loskommen. Gerne unterhält sich die Schauspielerin über die Facetten ihres Charakters. Zwar spielt sie auch in anderen Filmen mit, ist aber ganz offenbar auch persönlich ein „Twilight“ Fan.

Vielleicht ist eine bestimmte Rolle über mehrere Filme nicht nur Segen und Fluch, sondern auch entweder oder. Denn für den einen ist es beides und für den anderen nur das ein oder das andere. Dieses Phänomen trifft nicht nur die Stars aus der Vampirfilmreihe. Ähnlich ergeht es Serienstar, die mit einer Rolle jahrelang überzeugt haben. Aber noch schlimmer ist es meist für Kinderstars. Als Beispiel fällt mir dazu Macaulay Culkin, der ewige „Kevin allein zuhaus“.

Robert Pattinson und Kristen Stewart lieben ihren Job so sehr, dass ich mir sicher bin, dass sie als Edward und Bella bekannt bleiben werden, aber sich als Schauspieler für verschiedene Rollen einen Namen machen können.


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