Von Kati Pierson 3
Nur du und sonst gar nichts

Rex Gildo: 12. Todestag – die Pilgerreisen gehen weiter

Am 26. Oktober ist es jetzt zwölf Jahre her, dass Rex Gildo (†63) den schweren Verletzungen eines Fenstersturzes in München erlegen ist, aber seine Fans bleiben ihm treu und pilgern auch dieses Jahr wieder an sein Grab auf dem Münchener Ostfriedhof.


Rex Gildo war 1994 bekannter als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl. Laut einer Umfrage kannten 93% der Deutschen den Schlagersänger. Mit Titel wie "Speedy Gonzales", "Liebe kälter als Eis", "Fiesta Mexicana", "Marie, der letzte Tanz ist nur für Dich" und "Der letzte Sirtaki" sang er sich in die Hitparaden und auf die Volksfeste dieser Welt. Er brachte Schallplatten in den Holland, USA, Frankreich, England, Mexico, Spanien, Belgien und Japan heraus. In Japan und den Niederlanden sogar in den Landessprachen. Bis 1981 verkaufte er alleine in Deutschland 38 Millionen Singles. Seine Personality-Shows im ZDF "Gestatten, Rex Gildo" und im MDR die "Fiesta Rexicana" werden ein Quotenrenner. Das Hossa wird zum Markenzeichen des stets braungebrannten, schwarzhaarigen Sexy-Rexy.

All dies hätte sich der kleine Ludwig Franz Hirtreiter, der 1936 in Straubing geboren wurde, sicher nicht träumen lassen als er im Alter von 11 Jahren heimwehgeplagt die Regensburger Domspatzen "bei Nacht und Nebel" verließ. 1956 erhält er unter dem Namen Alexander Gildo eine Statistenrolle in dem Film "Immer wenn der Tag beginnt". Während der Filmaufnahmen singt er in der Garderobe und ergattert sich so seine erste Single und eine Hauptrolle an der Seite von Conny Froebess in dem Film "Hula Hopp, Conny". Seine erste Single hieß übrigens "Cafeteria Santa Lucia" / "Babette" und erschien bei der POLYDOR. Unter Sammlern wurde diese vor Kurzem bei Ebay für 300 Euro gehandelt.

1959 griff ihn sich der Produzent Nils Nobach und von nun an stand Rex Gildo bei Electrola unter Vertrag. Von da an ging es in die Charts und dort sogar bis ganz nach oben mit den Titeln "Speedy Gonzales" (1962) und dem Duett mit Gitte Haenning "Geh’n sie aus vom Stadtpark die Laternen" (1963). Es folgten insgesamt 31 Fernsehfilme, 60 Alben und eine Nebenrolle in der Fernsehserie "Ruby".

Obwohl fast jährlich neue Alben oder Singles erscheinen, kann der Schlagerkönig nach 1983 nicht mehr an Erfolge wie "Fiesta Mexicana" (1972) anknüpfen. Titel wie "Andrea", "Toujours Amour" und "Verrückt, verliebt und atemlos" werden zwar von seinen Fans geliebt, aber auf den Volksfesten und in den Konzerten möchten alle nur "Hossa" hören. Seine Ausflüge in das Hitmix-Genre kommen zu spät.

Erst kurz vor seinem Tod erlebt die Schlagerlegende 1999 mit seinem Jubiläums-Geburtstagsalbum „… sonst gar nichts“ und dem Titel "Nur Du und sonst gar nichts" noch einmal ein grandioses Comeback.

Am 23. Oktober 1999 stürzt sich Rex Gildo nach dem Auftritt in einem Möbelhaus aus dem Badezimmer-Fenster seiner Wohnung in der Ottostraße in München. Mit Herzquetschungen, Beckenbrüchen und vielen anderen schweren Verletzungen wird er in der Klinik in ein künstliches Koma versetzt. Am 26. Oktober 1999 erliegt er um 3:45 Uhr seinen Verletzungen. Am 29. Oktober 1999 wurde er unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Ostfriedhof (Grab 122-1-21) an der Seite seines Freundes, Onkels und Managers Fred Mickley beigesetzt.


Teilen:
Geh auf die Seite von: