Von Kathy Yaruchyk 0
„Bridget Jones‘ Baby"

Renée Zellweger: So schlank ist die neue „Bridget Jones“

Renée Zellweger hat deutlich abgenommen

Renée Zellweger hat deutlich abgenommen

(© Getty Images)

Schon bald ist es soweit: „Bridget Jones“, die tollpatschige, liebenswerte Engländerin ist zurück auf der Kinoleinwand mit all ihren Makeln und Problemen - aber deutlich erschlankt. In ihren Vierzigern präsentiert sich die Blondine gereift und erwachsen…und schwanger. Was der neue Film erwarten lässt und warum Renée Zellweger (47) sich über diese Wiedersehen mit ihrer Paraderolle besonders gefreut hat.

„Bridget Jones“ ist zurück. Als erfolgreiche Produzentin steht die inzwischen 43-Jährige Blondine „Bridget“ mitten im Leben. Und ist Single – wieder einmal. „Mark Darcy" ist Geschichte und das Sexleben liegt brach. Höchste Zeit sich eine neue Eroberung zu suchen – sprach sie und angelt sich den charmanten Amerikaner „Jack Qwant“ (Patrick Dempsey, 50). Nur eine Woche später ist „Bridget“ zurück im Maneater-Geschäft und landet erneut im Bett: mit Ex „Mark Darcy“ (Colin Firth, 56). Alles kein Problem – wäre da nicht der positive Schwangerschaftstest, der ihr ein paar Monate später offenbart, dass ihre heißen Nächte nicht ohne winzig kleine Folge(n) blieben. Wer ist nun der Vater? Das weiß niemand – aber die Herren buhlen um die liebenswürdig chaotische „Bridget“, die wieder einmal nicht weiß, was da mit ihr und ihrem Leben so plötzlich geschieht.

Zwölf Jahre nachdem letzten Einblick in das chaotische Leben ist die Blondine also zurück und lässt das Publikum erneut an ihrem – für Außenstehende – ziemlich amüsanten Leben teilhaben. Die Trailer offenbaren: Typisch „Bridget“ und ihre Probleme. Auch wenn sie inzwischen deutlich erschlankt ist. Der deutlich reifere Charakter hat nicht an Humor verloren, ebenso wenig an Tollpatschigkeit, auch wenn sich ihr Leben und vor allem das ihrer Freunde so sehr verändert hat. Der Identifikationsfaktor ist enorm – „Bridget“ ist die Durchschnittsfrau, die immer wieder feststellen muss, dass es grundsätzlich anders läuft, als man eben denkt.

Auch mit Idealgewicht gibt es Probleme

Dennoch: Ein Problem ist sie los, die rundliche Blondine, die in den ersten beiden Filmen vollschlank und abnehmwütig über die Leinwand huschte. Zu kurze Röcke und unvorteilhafte Oberteile setzten jedes ihrer Pfunde kunstvoll in Szene und boten damit einer Menge Frauen Raum zur Identifikation. Scheinbar hat sie es in den vergangenen Jahren endlich geschafft, ihr Wohlfühlgewicht zu erreichen. Ohne Mann scheint es sich leichter zu leben – und so ist „Bridget“ mit ihrer neuen Schlankheit doch eine andere Person, könnte man meinen.

Aber ohne Probleme ist sie lange nicht – das ändert auch die neue Figur nicht. Eine wichtige Botschaft für alle Frauen vor der Leinwand: Denn auch mit Idealgewicht ist keine davor gefeit, in unglückliche Situation hineinzurutschen und in Fettnäpfchen zu baden, wie „Bridget“ es nun mal tut. „Sharon hofft, dass wir so zeigen können, dass selbst wenn Bridget ihr Idealgewicht erreicht hat, das noch lange nicht heißt, dass ihr Leben perfekt ist“, sagt Renée Zellweger im Interview mit dem „Daily Telegraph" über ihr Gespräch mit der Produzentin. Sie selbst war durchaus bereit, sich die 15 Extrakilos für die tollpatschige Rolle anzufuttern, wie sie es zweimal vorher getan hatte. „Ich war nicht ganz sicher ob ist es gut finde, weil wir alle diese eine Sache im Kopf haben, die wir ändern müssen – auch wenn es in Wahrheit gar nicht so sein muss - die das Ideal repräsentiert, das wir erreichen sollen. Ich mag die Idee, dass diese Sache uns unser ganzes Leben lang begleitet.“

Renée Zellweger freut es

Ob „Bridget“ mit ihren Extrakilos nun authentischer war oder nicht – Renée Zellweger hat sich auf die Rückkehr zu ihrer Paraderolle gefreut. Sie hatte dennoch größten Respekt vor diesem Wiedersehen, da die Blondine sich schließlich weiterentwickelt hat. Diese sympathisch, liebenswürdige Frau wolle sie natürlich ganz besonders gut spielen – ein angsteinflößender Gedanke. Zumal sich Renée Zellweger eine lange Auszeit von Hollywood genommen hatte. Sechs Jahre lang war nichts von ihr zu sehen, sie hat sich ausprobiert und weiterentwickelt, sagt die inzwischen 47-Jährige. Dennoch war es mit „Bridget“ irgendwie wie nach Hause kommen. Ihre Schuhe, ihr Gang, ihre nicht ganz passende Garderobe. Dabei sind es vor allem die Fehler der Filmfigur, die sie so sympathisch machen und Identifikationspotenzial liefern. „Und dass sie sich bei all dem am Ende nie unterkriegen lässt, sondern immer wieder aufsteht, ist inspirierend“, fügt Zellweger hinzu. „Gerade weil sie selten alle Ideale erfüllt, die sie sich selbst vorgibt, ist sie so authentisch.“

Bei ihrer Auszeit habe sie die Schauspielerei irgendwann vermisst, da es ein Weg sei, sich kreativ auszudrücken. Auf die Dreharbeiten zu „Bridget Jones's Baby“ habe sie sich dann richtiggehend gefreut. Und auch wenn sie dieses Mal nicht zunehmen musste, hatte sie dennoch schwer zu tragen: Der Babybauch, der ihr für die Dreharbeiten umgeschnallt wurde, wog zehn Kilo. Die schweren Füße am Ende des Arbeitstages habe ihr das Erlebnis einer Schwangerschaft authentisch vermittelt.

Diätstress durch „Bridget Jones“ Filme

Dass die Gewichts-Achterbahn dieses Mal ausblieb, war sicherlich am Ende positiv zu vermerken. Die Rolle vorher zweimal zu spielen, kostete schließlich jede Menge Aufwand. Mit Eiscreme, Chips, Schokolade, Chardonnay und typisch britischen Fish & Chips futterte sich Zellweger zunächst zehn Kilo Übergewicht an, um sie nachher innerhalb kürzester Zeit wieder zu verlieren. Damals unterschied sie vor allem zwischen ihrem eigenen Leben und dem von „Bridget Jones“ – Renée Zellweger geht lieber joggen als sich, wie „Bridget“ es tun würde, im Pub auf ein paar Bier zu treffen. Bei dem zweiten Film holte sie sich zum Zunehmen Hilfe und setzte vor allem auf gesunde Fette, um nicht ihre ganze Energie zu verlieren. Nach dem zweiten Film soll sie die 13 kg dann innerhalb von nur vier Wochen verloren haben. Ihre Abnahme gliederte sie dabei in zwei Phasen: Eine Woche Kohlsuppen-Diät und drei Wochen lang Atkins-Diät. Die Regeln der Atkins Diät hielt sie danach weiterhin bei um keinen Jojo-Effekt zu erleiden.

Das Geheimnis dabei ist, dass die Kohlenhydratzufuhr so drastisch reduziert wird, dass der Körper effektiv Fett abbaut, aber durch die erhöhte Eiweiß-Aufnahme in Phase Zwei keine Muskeln verbrennt. Eiweiß als einer der Hauptbestandteile des menschlichen Körpers schützt also vor Energie-Verlust und sorgt trotzdem für Gewichtsverlust. Außerdem ist nachgewiesen, dass der Körper bei zu vielen Kalorien aus Eiweiß nicht zunimmt, während Kalorien aus Kohlenhydraten immer schlecht für die Figur sind. Die Zufuhr von Kohlenhydraten wir bei der Atkins Diät zunächst fast vollständig gekappt und erst nach und nach wieder aufgebaut, bis der Körper das Gewicht hält.

Auch andere Hollywood Stars kennen das Gewichtskarussell

Sich Low-Carb, also ohne Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und natürlich Zucker zu ernähren, ist angesagt in Hollywood. Schlank zu sein gehört dazu im Business, weswegen viele Stars sich Personal Trainer leisten und sich nach strengen Regeln ernähren. Dabei ist meist das Ziel, gesund auszusehen – vor allem im „normalen“ Leben. Wenn die Rolle dann aber nach Extremen verlangt, beugen sie sich ihnen. Sowie Renée Zellweger für ihre Rolle erst zehn, dann 15 Kilo zunahm und zwischendrin natürlich wieder abspeckte, gab es auch weitere Schauspieler die ihren Körper einer strengen Kontrolle unterworfen, um in die Rolle zu passen. Matthew McConaughey (46) – bekannt für seinen gut trainierten Oberkörper – nahm für seine Rolle in „The Dallas Buyer`s Club“ 15 Kilo ab. Um seine Rolle als HIV-Infizierter auch authentisch spielen zu können, wollte er sich krank fühlen – was schließlich mit der extremen Abnahme gelang. Auch Christian Bale (42), der muskelbepackt als Batman vor der Kamera stand, musste vorher Eskapaden mit seinem Gewicht durchleiden. Für „The Machinist“ hatte er vorher 30 kg angenommen, davor hatte er ebenfalls muskelbepackt in „American Psycho“ gespielt. Nach dem ersten Teil der Batman Trilogie musste er dann erneut Gewicht verlieren für „The Fighter“. Diese Kapriolen muss auch der Körper erst einmal verkraften. Extrem-Kuren wie sieben Wochen lang Zitronenwasser und Cayenne-Pfeffer können schließlich nicht gesund sein.

Gut deshalb, dass das Gewichtskarussell für Renée Zellweger nun nicht von Neuem anlaufen musste. Wie „Bridget Jones“ die neue Figur und schließlich das Schwangerschaftsbäuchlein steht, ist im Trailer bereits zu erahnen. Wie der Film schließlich geworden ist, welche Schlamassel dieses Mal im Einzelnen auf die tollpatschige Britin warten und was die beiden Männer sich alles einfallen lassen, um ihr zu gefallen, ist in Deutschland ab dem 20. Oktober zu sehen. Renée Zellweger ist jedenfalls gespannt, wie der Film ausgeht und wer letztendlich der Vater des Babys ihrer Filmfigur sein wird: „Wir haben drei verschiedene Enden gedreht. Bis zur Premiere muss ich mich also auch noch gedulden.“