Von Nils Reschke 0
Ganz oder gar nicht

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bringt seine Biografie heraus

Fußball-Deutschland im Jahr 2000. Bundestrainer Erich Ribbeck ahnt nicht, dass hinter seinem Rücken bereits am Stuhl gesägt wird. Und zwar von den eigenen Kickern, die mit zur EM 2000 in die Niederlande und nach Belgien gereist waren. Ihr Plan: Lothar Matthäus sollte helfen, Ribbeck zu stürzen – als „Belohnung“ sollte „Loddar“ dafür Bundestrainer werden.


Am Freitag geht es für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft weiter in der WM-Qualifikation. 2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien will das Team von Bundestrainer Joachim Löw sich endlich den großen Traum vom nicht minder großen Titel erfüllen. Guten Fußball spielen Jogis Löwen ja mittlerweile. Ein Kader gespickt mit tollen Kickern wie Mesut Özil, Mario Götze oder Marco Reus. Das war nicht immer so. Wie beispielsweise bei der Europameisterschaft 2000 als der deutsche Fußball am Boden lag. Und wer sollte ihn damals retten? Natürlich Lothar Matthäus!

51 Jahre alt ist „Loddar“ mittlerweile, am heutigen Montag erscheint seine Biografie „Ganz oder gar nicht“. Bei einem Lothar Matthäus erstaunt es, dass selbige nicht längst fertiggestellt wurde. Sei es drum: Natürlich verrät der deutsche Rekordnationalspieler einige pikante Details, auch rund um die Euro 2000, bei der er – so Matthäus – als Bundestrainer für Erich Ribbeck installiert werden sollte.  Die deutsche Nationalmannschaft ging auf die Barrikaden und wandte sich direkt an „Loddar“: „Ruf bitte den Franz an und sage ihm, wie unprofessionell Erich Ribbeck hier trainiert“, sollen sie Matthäus regelrecht angefleht haben.

In seiner Biografie erzählt Lothar Matthäus aber auch, dass er von einem derartigen Putsch nichts gehalten habe. „Ich habe diesem Plan aber nicht zugestimmt, da er mit den Opportunisten nicht gemeinsame Sache machen wollte“, so der Rekordnationalspieler, der nach dem EM-Desaster und dem Ausscheiden in der Vorrunde Erich Ribbeck als Bundestrainer ablösen sollte. „Nachdem Ribbeck abserviert worden wäre, sollte ich den Thron des Bundestrainers besteigen“, verrät er in seinem Buch. Sein Ratschlag hingegen lautete: „Wir sollten die Probleme wie Männer regeln, auf dem grünen Rasen.“


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