Von Kati Pierson 0
Abschied vom Traumzauberer

Reinhard Lakomy: Abschied vom Schöpfer des Traumzauberbaums

Reinhard Lakomy wurde am gestrigen Mittwoch in Berlin Blankenburg zu Grabe getragen. Der 67-jährige Liedermacher verstarb am 23. März an einer Krebserkrankung. Zu seiner Beerdingung erschienen Hunderte.


Reinhard Lakomy wollte nicht im Winter sterben. "Denk' doch nur an die frierenden Leute auf der Trauerfeier", hatte er  seiner Frau Monika Ehrhardt gesagt. Doch dieser Wunsch wurde ihm nicht erfüllt. Am 23. März schloss der Berliner die Augen und auch am Mittwoch, den 03. April während der Beisetzung war es mit 2 Grad nicht gerade Frühling. Doch bei soviel Anteilnahme wäre den Lacky warm ums Herz geworden.

In die kleine Friedhofskapelle passten nur 30 Menschen hinein. Aber Hunderte waren gekommen. Familie, Freunde und Fans - sie alle waren da und erinnerten sich gemeinsam an den Schöpfer des Traumzauberbaums. Zu den Trauernden gehörte auch Peter Meyer (73) von den Puhdys, Reinhard Lakomy hatte ihn während der Armeezeit bei den Puhdys vertreten. Lothar de Maizière (73) erinnerte sich an die erste Scheidung des Sängers und wie er ihn als Anwalt vertreten hatte. Schulfreunde erzählten die Anekdote von der miesen Mathe-Leistung, die ihn durch's Abi rasseln lies. Angelika Mann, langjährige Bühnenpartnerin, lobte ihn als "unkomplizierten und guten Menschen, der bis zuletzt Kraft ausstrahlte".

Alle waren sie gekommen - Dirk Zöllner, Lothar Bisky, Gregor Gysi, Uschi Brüning, Regina Thoss, Uwe Jensen und Hans-Jürgen Beyer, Orchesterchef Andrej Hermlin und Schauspielerin Carmen-Maja Antoni. Alle zeigten sich nicht nur während des ersten Titels "Heute bin ich allein"  sehr Text sicher auch bei den Liedern "Heute fahr' ich nach Prag" oder "Es war doch nicht das erste Mal" sangen viele mit.

Der Tod sei eine Erlösung für ihn gewesen, sagte seine Witwe. Weiterhin erzählte sie von einer Abschiedszeremonie am Abend des 23. März, an dem engste Freunde Abschied vom toten Musiker nahmen. Sie legten ihm seine Lieblingsdecke, eine Flasche Bier inklusive Öffner, eine Schachtel Zigaretten und zwei Feuerzeuge (falls eines nicht funktioniert) in den Sarg und schickten ihn auf seine letzte Reise. Diese Reise endete gestern Nachmittag.

Schauspieler Jürgen Thormann sprach vom letzten Wunsch des Verstorbenen: "Er hat sich gewünscht, auf seinem Grab sollen Himbeeren wachsen." Dieser Wunsch wird ihm wohl erfüllt werden. Auch ein anderer Wunsch des Sänger's, der mit dem "Traumzauberbaum" so vielen Kindern ein Lachen auf das Gesicht zauberte, wird in Erfüllung gehen. Sein Studio im Haus des Musikers wird ein Kindergarten einziehen, dies erzählte die Ehefrau Monika Erhardt während der Trauerfeier.

Gleich zu Anfang der Trauerfeier erklang einer seiner größten Hits "Heute bin ich allein". Wir haben für Euch noch einmal eine Aufnahme aus dem Theater des Westens heraus gesucht. Reinhard Lakomy ganz allein am Keyboard auf der Bühne. So werden wir Dich in Erinnerung behalten.


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