Von Nils Reschke 0
Champions League

Real Madrid: Breite Brust und kernige Sprüche vor dem Rückspiel

Ganz so aggressiv war der Ton dieses Mal zwar nicht auf der Pressekonferenz. Aber dennoch ließ Jose Mourinho keinen Zweifel daran, welche Mannschaft heute Abend ins Finale einziehen wird. Natürlich Real Madrid. Behauptet jedenfalls „Mou“, der nach wie vor auf dem schmalen Grat zwischen Charisma und Arroganz wandelt.


Wer Jose Mourinho nur ein wenig kennt, der weiß auch, dass der portugiesische Übungsleiter niemals um kernige Ansprachen verlegen ist, aber eben auch nicht um Ausreden, wenn es darum geht, Niederlagen zu erklären. Ein Klassiker bleibt nach wie vor „Mous“ Begründung für das Scheitern im Vorjahr in der Champions League gegen den Intimfeind FC Barcelona, als er deren Trikot-„Sponsor“ UNICEF, das weltweite Kinderhilfswerk, sogar mitverantwortlich machte. Getreu dem Motto: „Die sind deswegen sympathisch, uns mag keiner.“ Nun steht Mourinho also mit Real Madrid wieder in einem Halbfinale in der europäischen Königsklasse. Der Gegner heute Abend ab 20.45 Uhr heißt Bayern München. Der deutsche Rekordmeister reist mit einem 2:1-Vorsprung ins Santiago Bernabeu. Zeit also für die nächste Verbalschlacht.

Auf der Pressekonferenz verkündete Jose Mourinho voller Überzeugung, dass die Bayern wissen, dass sie ein Tor brauchen werden. Bedeutet im Umkehrschluss: Real Madrid wird mindestens zwei Treffer erzielen: „Mit unserem Offensivpotenzial werden wir normalerweise ein Tor schießen.“ Und nach der Rechnung des Portugiesen käme es also erst gar nicht zum torlosen Unentschieden, das den Bayern für das Endspiel reichen würde. Danach rudert er doch etwas zurück. Bayerns Mannschaft findet Mourinho „sehr gut“, ihren Trainer Jupp Heynckes ebenfalls. Aber sein Team habe es nach zuletzt zwei Halbfinals nicht nur verdient, dieses Mal auch ins Endspiel zu kommen. Jose Mourinho spricht sogar schon von einem verdienten Finalsieg, noch bevor überhaupt feststeht, dass Real Madrid das Ticket für München lösen wird.

Er ist und bleibt eben „The Special One“, dieser Jose Mourinho. Eine spezielle Mannschaft ist aber eben auch Real Madrid, gespickt mit Stars, allen voran Cristiano Ronaldo. Nachdem die Königlichen den FC Barcelona im Clasico im Camp Nou mit 2:1 geschlagen haben, nachdem der Intimfeind zudem am Dienstagabend von Chelsea London aus der europäischen Königsklasse geschmissen wurde, strotzt Real nur so vor Selbstvertrauen. Doch mit Worten ist noch nie ein Spiel entschieden worden. Auf dem Platz kommt es an, in 90 Minuten, oder aber einer halben Stunde Nachschlag. Dann wird sich zeigen, wer das Endspiel wirklich verdient hat. Real Madrid – oder eben doch die Bayern.

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