Von Milena Schäpers 0
Django Unchained

Quentin Tarantino: Ich will meine Zuschauer mitnehmen

Quentin Tarantinos Filme werden vor der Premiere bereits als Meisterwerke gehandelt, sei der Film noch so brutal, fragwürdig oder kritisch. Der Western „Django Unchained“, der diese Woche in Berlin Premiere feierte, hat genau diese Eigenschaften. Doch das ist es genau, was der Star-Regisseur erreichen möchte.


Von den Nazis zur Sklaverei: Nach „Inglourious Basterds“ widmet sich Starregisseur Tarantino der nächsten sensiblen Historie. In „Django Unchained“ geht es um den Sklaven Django (Jamie Foxx), der von einem Kopfgeldjäger befreit wird (Christoph Waltz). Dieser unterstützt ihn auch später bei der Befreiung seiner Frau Broomhilda, die sich immer noch in den Fängen der Sklaverei befindet.

Tarantino wurde vor kurzem dafür kritisiert, respektlos mit der Geschichte umzugehen, als er den deutschen Holocaust und die Sklaverei in Amerika miteinander verglich. „Das wird Ihnen als Deutsche seltsam vorkommen“, so Tarantino laut der „Süddeutschen Zeitung“, „Sie sind alle gezwungen worden, sich bis zur Bewusslosigkeit immer und immer und immer wieder mit der Schuld Ihres Volkes auseinanderzusetzen. Den Amerikanern ist es gelungen, irgendwie darüber hinwegzuleiten.“

Das historische Bewusstsein dafür wollte Tarantino mit seinen letzten Werken schaffen. Er sehe die beste Möglichkeit der Geschichtslehre im Storytelling. Ein Geschichtslehrer müsste eine Art „philosophischer Stand-up-Comedian sein“.

Doch als Erzieher sehe sich der Oscar-prämierte Regisseur bei „Django Unchained“ nicht. „Auch wenn es mir in der Hauptsache nicht darum geht, dass die Zuschauer etwas lernen, will ich sie doch mitnehmen ins Antebellum, in eine Zeit, in der Sklaverei Landrecht war.“, erzählt Tarantino im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Der „Pulp Fiction“-Regisseur war bereits in der Diskussion für die neuen „Star Wars“-Filme. Doch das lehnt er im Interview ab: „Ich will nicht eines anderen Mythologie fortführen. Ich will meine eigene schaffen.“

Vielleicht ist bereits ein weiterer geschichtsträchtiger Film in Planung? Denn der 49-Jährige denkt wohl noch nicht ans Aufhören. „Ich könnte ja nicht glücklicher sein“, erklärt Tarantino.


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