Von Nils Reschke 0
Finale dahoam

Prophet Uli Hoeneß behält recht: Heute gilt es für Bayern München!

Der FC Bayern München hat die Deutsche Meisterschaft schon wieder an Borussia Dortmund verloren. Auch im DFB-Pokal verloren die erfolgsverwöhnten Bayern gegen den BVB, wurden vorgeführt. Noch aber ist die Saison nicht beendet. Die Krönung kann vollzogen werden. Heute Abend, im Finale der Champions League.


Ob Uli Hoeneß tatsächlich hellseherische Fähigkeiten besitzt, lassen wir einmal dahingestellt. Fakt aber ist, das jene Sätze, die der Präsident des FC Bayern München einst im Herbst 2010 sagte, heute tatsächlich Wirklichkeit werden: „Im Jahre 2012 findet das Finale in der Champions League in München, in der Allianz Arena statt. Da müssen wir dabei sein!“ Die Bayern sind dabei und greifen heute Abend nach dem Pott der Begierde. Im Finale der europäischen Königsklasse fordert sie dabei der FC Chelsea aus London heraus. Das „Finale dahoam“ soll zum großen Triumph für den deutschen Rekordmeister werden. Das Kribbeln, die Anspannung steigt. Nur noch wenige Stunden, dann geht es los in München, das ganz in Rot-Weiß gehüllt ist.

Es ist ein Spiel, in dem Helden geboren werden. Manuel Neuer, der Torwart des FC Bayern, kann davon ein Lied singen. Denn er war der Held im Halbfinale. Als sich die Münchner im Santiago Bernabeu bei Real Madrid durch die 1:2-Niederlage nach 90 Minuten erst in die Verlängerung, dann ins Elfmeterschießen retteten, parierte Manuel Neuer gleich zu beginn der Nervenschlacht gleich zwei Strafstöße, ausgerechnet die der beiden wohl schillerndsten Namen: Cristiano Ronaldo und Kaka. Als dann auch noch Sergio Ramos das Leder in den Abendhimmel von Madrid ballerte, war es tatsächlich erreicht, das „Finale dahoam“. Man munkelt, der Ball von Ramos würde bis heute noch gesucht werden.

Dieses Drama vom Elfmeterpunkt hat Spuren hinterlassen, und damit sind nicht die Tränen der Fans von Real Madrid gemeint. Nein, beim FC Chelsea hat es einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Engländer und die Elfmeterschießen – gute Freunde werden diese ungleichen Partner sicherlich nie werden im Fußball. Aber die Profis aus London machten keinen Hehl daraus, dass sie fleißig für eine mögliche Entscheidung aus elf Metern geübt haben. Und zwar ausgiebig und reichlich. 2008 standen sie schon einmal im Finale, damals gegen Manchester United. Dieses Endspiel verloren die Blues – richtig – im Elfmeterschießen. Dieses Mal wollen es die Mannen von Roberto di Matteo besser machen. Der FC Chelsea will die Champions League auf die Insel holen. Ob nun nach 90 Minuten, in der Verlängerung – oder eben in einem finalen Elfmeterschießen.

Kritik mussten die Blues reichlich einstecken im Vorfeld. Aber muss sich eine Mannschaft tatsächlich auch rechtfertigen, nur weil sie die beste Taktik gewählt hat, um das weltbeste Team, den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb geschmissen hat? Chelsea mauerte im Rückspiel des Halbfinales im Camp Nou beim FC Barcelona, was das Zeug hielt. Was die Kritiker dabei vergaßen: Die Blues hatten das Hinspiel 1:0 gewonnen. Und nach dem 2:2 in besagtem Rückspiel war es bereits die siebte Partie in Serie, die die Elf von der Stamford Bridge nicht mehr gegen das vermeintlich übermächtige Barca verloren hat. Das ist eine imponierende Bilanz, die Respekt verlangt, keine Kritik.

Was also kommt auf den FC Bayern München also heute Abend zu? Eine tief stehende Mannschaft aus London, die sich einzig und alleine ins Elfmeterschießen retten will? Das ist eher nicht anzunehmen. Der FC Chelsea ist gut beraten, dieses Finale mitzuspielen – nicht nur zu reagieren. Sonst kann das gegen einen FC Bayern schnell in die Hose gehen. Mit Franck Ribery, Arjen Robben, aber auch mit einem Toni Kroos oder Thomas Müller, sind die Münchner vorne stark besetzt. Da kann jeder solch ein Endspiel entscheiden. Vor allem natürlich Mario Gomez, der Torjäger vom Dienst. Ein Dutzend Mal hat der „Torero“ schon eingenetzt und damit noch alle Chancen, Lionel Messi einzuholen, der 14 Treffer erzielt hat. Doch wer die Tore schießt, dürfte den Bayern-Fans heute egal sein. Hauptsache der Pott bleibt in München!


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