Von Nils Reschke 0
Fazit zu „Wetten, dass..?“

Pro "Wetten, dass ...?": Markus Lanz versammelt uns wieder auf der Couch

Markus Lanz hat seine Feuertaufe bestanden. Manches wirkt albern bei „Wetten, dass..?“ Okay, Kritik angekommen. Aber trotzdem ist es deswegen keine schlechte Show. Ein Kommentar, der eine Lanze für Lanz brechen soll.


Kritik hin, Kritik her. Wenn wir sie mal außer Acht lassen, dann stellen wir fest: Das Flaggschiff des ZDF hat nichts, aber auch gar nichts von seinem Charme verloren. Woran man das merkt? Nun, wenn renommierte Journalisten beispielsweise auch in ihrer Freizeit live über „Wetten, dass..?“ twittern, wenn bekannte Medien sogar einen Liveticker zur Show anbieten, dann kann die beliebteste deutsche TV-Sendung so schlecht gar nicht sein. Trotzdem steht das Nörgeln und „Durch den Kakao ziehen“ (wie passend, nach dem Ende der letzten Sendung) in beiden Fällen auf der Tagesordnung. Das gehört offenbar dazu. Mehr jedenfalls, als eine faire Reflexion und Kritik zu „Wetten, dass..?“ selbst und natürlich auch zu Moderator Markus Lanz.

Wer – wie meist geschehen – nur draufhaut, sollte sich vielleicht selbst einmal die Frage stellen, ob er nicht den Job verfehlt hat. Wenn ich jedenfalls nach einer TV-Kritik zu suche, weil ich am Vorabend aus irgendwelchen Gründen „Wetten, dass..?“ verpasst habe, erwarte ich die Pro und Contra der aktuellen Show. Und nicht irgendwelche Texte, mit denen sich die Autoren vermutlich nur profilieren wollen. Wie dem auch sei: Nachdem „Wetten, dass..?“ nun in die Sommerpause geht, hier die wichtigsten Fakten nach der ersten Staffel „Wetten, dass..?“ mit Lanz als Gottschalk-Nachfolger in der Zusammenfassung.

Die Musik-Acts waren hochklassig und es war in jeder Show für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer etwa der Reihe nach Pink, Alicia Keys und Rihanna in einer (!) Show auf die Bühne bringt, dem kann nichts vorgeworfen werden. Die internationalen Stars geben sich auf der Couch sehr offen und sympathisch. All das ist im grünen Bereich. Die Wetten sind weitgehend unterhaltsam, sind nach dem Unfall von Samuel Koch nicht mehr ganz so spektakulär – aber das ist gewollt und gut so. Keine Quote durch vielleicht nicht mehr kalkulierbares Risiko. Markus Lanz hat durchaus Entertainer-Qualitäten. Er macht eben einiges anders als Thomas Gottschalk. Aber dessen Humor war auch nicht jedermanns Sache.

Gut ist auch, dass bei den nationalen Stars durchaus darauf geachtet wird, „Kinder“ der jeweiligen Stadt einzuladen. So wie beispielsweise am vergangenen Samstag Peter Weck. Oder mit Mirjam Weichselbraun zumindest eine Österreicherin als Moderatorin für die Stadtwette. Dass hier oder da ein Weltstar vermisst werde, gesteht auch das ZDF ein. Aber war das bislang in den Lanz-Ausgaben tatsächlich so drastisch? Eher nicht.

Bei alledem bleiben natürlich Kritikpunkte. Ob man die Show zeitweise tatsächlich als „Kindergeburtstag“ nutzen sollte, ist fraglich. Viel besser wäre es doch, sich an die Ursprünge der Show zu erinnern. Damals lösten Prominente ihre verlorenen Wetten oft als Aktionen für einen guten Zweck, für hilfsbedürftige Menschen oder andere wohltätige Initiativen ein. Damit ist vermutlich mehr geholfen, das ließe sich verbessern. Und der größte Kritikpunkt des „Fremdschämens“ wäre damit auch aus der Welt geräumt. Bei der Lanz-Challenge ein wenig mehr auf Geschicklichkeit statt auf körperliche Fitness zu setzen, ist außerdem der bessere Schachzug.

Alles in allem allerdings ist „Wetten, dass..?“ auch mit Lanz vor allem eines: Unterhaltung für die ganze Familie. Mit diesem Anspruch startete einst Frank Elstner diese Show. Markus Lanz vereint am Samstagabend Familien, Freunde und Co. gemeinsam auf dem Sofa – und zwar dem heimischen, nicht dem in der Sendung. Aber das mag so mancher einsamer Mensch im Netzwerk Twitter nicht verstehen, dem offenbar Familie und Freunde abhanden gekommen sind.


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