Von Nils Reschke 0
Popstars 2012

Pro Sieben bündelt die Spannung: Nur noch eine Final-Show bei den „Popstars“

Eigentlich muss man Pro Sieben ja fast schon dankbar sein. Denn der Privatsender kürzt die „Popstars“ und streicht eine Woche aus dem ursprünglich geplanten Sendekalender. Somit ist die Castingshow schon am 20. September wieder beendet.


Während der Olympischen Spiele 2012 in London war ja zu erwarten, dass die Quoten der Konkurrenz-Sender schwer zu kämpfen haben würden. Weil aber die „Popstars“ auf Pro Sieben auch nachdem die 30. Sommerspiele beendet sind nicht so recht aus dem Tal der Tränen finden, kürzt der Privatsender kurzerhand die aktuelle Staffel. Konkret bedeutet das: Eine der mit viel Aufwand geplanten Live-Shows fällt dem Rotstift zum Opfer, und die „Popstars“ werden somit eine Woche früher als geplant in die Pause geschickt. Ob es danach eine weitere Staffel geben wird, scheint angesichts des eher gescheiterten Versuchs eines Comebacks mehr als zweifelhaft.

Die letzte Show aus Berlin wird somit am 20. September live ausgestrahlt und das große Finale damit vorgezogen. Am 27. September, am dem eigentlich die Siegerband gekürt werden sollte, werden die „Popstars“ anno 2012 dann bereits Geschichte sein und die Charts werden zeigen, ob die von der Jury ausgewählte Band tatsächlich das Zeug hat, sich entsprechend erfolgreich durchzusetzen. Nachdem sich Pro Sieben 2011 dazu entschieden hatte, mit den „Popstars“ ein Jahr auszusetzen, startete man mit de Untertitel „Der Weg ist das Ziel“ eine Neuauflage. Die zehnte Jubiläumsstaffel wird seit März 2012 von den Jury-Mitgliedern Detlef Soost, Lucy Diakovska, Ross Antony und Senna Guemmour begleitet. Und zwar mit viel Tamtam, aber wenig Geradlinigkeit.

Nicht selten beschlich dem TV-Zuschauer das Gefühl, die neue Punktevergabe (Mit acht von zwölf möglichen Zählern ist der Kandidat weiter) diene einzig und alleine dazu, Spannung zu erzeugen, die allerdings bestenfalls künstlich erzeugt rüberkommt. Die Juroren scheinen ihre Punkte eher beliebig zu verteilen – unabhängig davon, wie gut oder schlecht die Darbietung nun auch gewesen sein mochte. Vom Workshop auf Ibiza geht es nach dem Quotentief also direkt ins Live-Finale. Der Sender redet das wie folgt schön: Man bündele alle Spannung und Dramatik in einem großen Live-Moment. Zuletzt aber wollten noch nicht einmal mehr zehn Prozent der werberelevanten Zielgruppe die „Popstars“ sehen. Die Castingshow kam auf gerade einmal 8,6 Prozent. Da sehnen sich nicht wenige Fans die „No Angels“ zurück. Die hatten in Staffel eins im Jahr 2000 anschließend wenigstens entsprechenden Erfolg zu verbuchen.


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