Von Stephanie Neuberger 0
Norwegen trauert

Prinzessin Ragnhild von Norwegen zu Grabe getragen

Die Schwester von König Harald von Norwegen, Prinzessin Ragnhild, verstarb vor rund zwei Wochen in ihrer Wahlheimat in Brasilien. Nun hat sie ihre letzte Ruhe in ihrem Heimatland gefunden. Unter den Trauernden befand sich die Königsfamilie und Politiker.


Wenn ein Mitglied einer königlichen Familie stirbt, dann trauert meist ein ganzes Land. In den meisten Fällen gibt es auch ein Staatsbegräbnis, wo der adlige Verstorbene unter Anwesenheit hochrangiger Adligen zu Grabe getragen wird. Bei sehr beliebten oder in der Thronfolge sehr weit oben stehenden, wird auch der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, öffentlich Abschied zu nehmen.

Bei Prinzessin Ragnhild war dies etwas anders. Die norwegische Prinzessin verstarb bereits vor rund zwei Wochen in Rio de Janeiro. Dort lebte die ältere Schwester von König Harald bereits seit vielen Jahren. Die Prinzessin heiratete den Schiffsreeder Erling Sven Lorentzen und zog mit ihm 1953 nach Brasilien. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod im Alter von 82 Jahren. Ragnhild trug nicht nur ihren Adelstitel, sondern auch den bürgerlichen Namen ihres Mannes. Es ist verständlich, dass Prinzessin Ragnhild nach ihrem Umzug nur noch selten an öffentlichen Terminen der Königsfamilie teilnahm. Aber auch wenn die Schwester des Königs wenig Anteil am Leben des Königshauses hatte, heißt dies nicht, dass sie Norwegen und der Königsfamilie den Rücken gekehrt hat. Ihr Bruder sei in „tiefer Trauer“ heißt es vom Hof. Ragnhild wünschte sich, obwohl sie lange in Brasilien lebte, in Norwegen beigesetzt zu werden. Diesem Wunsch kam die Königsfamilie nach und erwies ihr die letzte Ehre. In einer für Königsverhältnisse kleinen und stillen Trauerfeier wurde Prinzessin Ragnhild in Norwegen beigesetzt.

Bereits zum Gottesdienst in Oslo wurden nur rund 120 Trauernde eingeladen. Neben König Harald, seiner Frau Sonja und Kronprinz Haakon und Mette-Marit war auch die schwedische Kronprinzessin Victoria gekommen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Das schwedische und norwegische Königshaus sind tief miteinander verwurzelt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Victoria zum kleinen Kreis der Trauergäste zählte. Auch politische Vertreter von Norwegen erwiesen der Verstorbenen die letzte Ehre. Mette-Marit, die für ihre offenen Emotionen bekannt ist, ließ ihren Tränen freien Lauf. Nach dem Gottesdienst luden Harald und Sonja zu einem Empfang im Schloss. Bei der späteren Beisetzung war dann nur noch die engste Familie anwesend.

Prinzessin Ragnhild kehrte zwar in ihrem Leben Norwegen den Rücken, kehrte aber nach ihrem Tod in ihr Heimatland zurück. Die Königsfamilie trauert um den Verlust eines geliebten Mitgliedes.

Auch wenn Prinzessin Ragnhild im öffentlichen Leben der norwegischen Königsfamilie keine Rolle spielte, ist sie dennoch Teil dieser Familie und ihr Verlust für ihre Mitglieder ebenso schmerzvoll. Meine Gedanken sind bei der Königsfamilie von Norwegen.


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