Von Mark Read 0
Nach dem Unfall

Prinz Johan Friso: Was passiert mit dem Koma-Patienten?

Bereits eineinhalb Monate ist es her, dass der niederländische Prinz Johan Friso von einer Lawine verschüttet wurde. Seitdem liegt der Sohn von Königin Beatrix im Koma, aus dem er wohl nie mehr erwachen wird. Die niederländische Königsfamilie muss sich mit einem schrecklichen Gedanken vertraut machen.


Prinz Johan Friso liegt immer noch im Koma. Und daran wird sich - so schlimm es klingen mag - auch nichts mehr ändern. Frisos Ehefrau Mabel erträgt das schlimme Schicksal ihres Gatten tapfer, besucht ihn immer noch jeden Tag in der Londoner Klinik. Doch auch sie wird sich langsam mit der Frage befassen müssen: Wie bringt sie es den beiden gemeinsamen Kindern bei, dass ihr Vater nie wieder aufwachen wird? Luana (6) und Zaria (5) werden es nicht begreifen können.

Doch die Debatte hat schon begonnen. Sie dreht sich vor allem um die Frage: Soll man das Leid noch unnötig verlängern, wenn ohnehin davon auszugehen ist, dass der Prinz nicht mehr aufwacht? Anders gesagt: Dürfen die behandelnden Ärzte Sterbehilfe leisten? Die Entscheidung darüber liegt letztlich bei der niederländischen Königsfamilie. Sie muss sich darüber klar werden, ob sie Friso künstlich am Leben erhalten wollen.

Andere Stimmen jedoch sind sich nicht ganz so sicher, dass Friso niemals wieder aufwacht. Etwa der Chefarzt des Basler Zentrums für Querschnittsgelähmte, Mark Mäder. Er sagte im Gespräch mit "Glanz & Gloria", dass die Chance auf ein Erwachen zwar mit jedem Tag im Koma ein wenig sinke, aber trotzdem "entspricht sie nach heutiger Ansicht nicht einfach gleich Null." Wenn jemand, wie Friso, mit Beatmungsgeräten im Koma gehalten werde, gebe es schließlich drei Möglichkeiten: Der Patient wacht auf, stirbt oder fällt ins Wachkoma. Ob die niederländische Königsfamilie noch länger mit dieser Ungewissheit leben will?


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