Von Nils Reschke 1
Viel künstliches Drama

Popstars: Die talentfreien Nachwuchssänger sind los

Sie sind wieder da. Die „Popstars“ auf Pro Sieben. Oder wie sie vom Sender beworben werden: Die Mutter aller Castingshows. Wie bitte? Doch, doch, das stimmt schon. Noch bevor „Deutschland sucht den Superstar“ auf RTL auf Sendung ging, wurde „Popstars“ bereits ausgestrahlt.


Im Jahre 2000 kamen vier junge Damen ganz groß raus, die auf die Namen Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls hörten. Die „No Angels“ waren geboren, die erfolgreichste Girl Band der Republik. Zumindest diese Auszeichnung darf sich „Popstars“ stolz ans Hemd heften. Erst zwei Jahre später kam dann DSDS und sprang – erfolgreicher als jede andere Castingshow – auf den Zug dieses neuen Formats auf.

2012 feierten die „Popstars“ auf Pro Sieben am Donnerstagabend ein Comeback, nachdem sie 2010 mit einem Quotentief scheinbar in der Versenkung verschwunden waren. Detlef D! Soost sitzt wieder in der Jury. Und er hat drei ehemalige Kandidaten um sich versammelt: Lucy von den „No Angels“, Ross von BroSis und auch Senna von Monrose geben ihre mehr oder weniger kompetenten Kommentare ab. Aber ganz ehrlich: Auf die zehnte Jubiläumsstaffel, die den Titel „Der Weg ist das Ziel“ trägt, hätte der Sender auch gut und gerne verzichten können. „Hier wird niemand in die Pfanne gehauen“, verspricht Senna. Das stimmt. Stattdessen wird das Weichspüler-Programm angeschmissen.

Mindestens genauso unerträglich wie die Wischi-Waschi-Beurteilungen der Jury ist die künstlich erzeugte Spannung. Jeder der vier Juroren kann zwischen null und drei Punkten vergeben. Acht müssen die Kandidaten insgesamt erreichen, um weiterzukommen. Und das läuft dann immer nach dem gleichen Schema F ab: Nach drei Bewertungen hat der Kandidat fünf oder sechs Zähler. Das große Bibbern beginnt. Bekommt er die restlichen Punkte? Ja! Tusch! Nein! Tragödie! Das alles wirkt so beliebig, die bisherigen Kandidaten größtenteils belanglos. Vermeintlich gute Stimmen – von denen es nur wenige gibt – werden nach Hause geschickt. Irgendwelchen anderen Teenies wird Talent anerkannt. Warum bleibt meist das Jury-Geheimnis. Fazit: Ganz schnell abschalten!


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