Von Nils Reschke 0
DFB-Pokal

Pokal-Halbfinale: Dortmund siegt hochdramatisch in letzter Sekunde!

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das bekam auch Borussia Dortmund, Spitzenreiter der Bundesliga, 120 Minuten lang beim Zweitliga-Tabellenführer Spielvereinigung Greuther Fürth zu spüren – bis der Pokal dann eine ganz besondere Geschichte schrieb.


Mike Büskens hatte sich seinen Masterplan bereits zurechtgelegt, beziehungsweise: Er hatte ihn eingewechselt: Die Spielvereinigung Greuther Fürth hatte im ersten Halbfinale um den DFB-Pokal den Deutschen Meister Borussia Dortmund in der Verlängerung gezwungen. Die war fast um, da brachte Büskens Reservekeeper Jasmin Fejzic für die etatmäßige Nummer eins Max Grün. Der Bosnier gilt als vorzüglicher Elfmeterschütze, vor allem aber als sogenannter „Elferkiller“. Er sollte zum großen Pokalheld der Fürther werden – und wurde zum tragischen Helden.

Es lief die letzte Minute in der Verlängerung. Die Hausherren bekamen das Leder nicht aus dem eigenen Strafraum, da gelang der Ball zum Dortmunder Ilkay Gündogan. Und der zog einfach mal ab. Das Spielgerät klatschte an den Pfosten und wäre von dort eigentlich zurück ins Feld gesprungen, wenn sich nicht Fejzic bravourös gestreckt hätte, um den Schuss des BVB zu parieren. So also bekam der Keeper der Fürther den Ball an den Kopf, von wo er über die Torlinie zum alles entscheidenden 1:0 ins Netz kullerte. Der aufopferungsvoll kämpfende Zweitligist, der mit den Gedanken schon im Elfmeterschießen war, war urplötzlich ausgeschieden. Jetzt fährt Borussia Dortmund nach Berlin zum Pokalendspiel. Die Spielvereinigung Greuther Fürth muss hingegen am 12. Mai zuschauen.

Des einen Freud, des anderen Leid. Fürths Trainer Mike Büskens und sein Team wollten nach dem Schlusspfiff „getröstet werden. Bitterer kann man nicht ausscheiden, mehr Pech kann man nicht haben“, sagte der Übungsleiter und traf damit den Nagel auf den Kopf. BVB-Coach Jürgen Klopp hatte natürlich allen Grund zum Strahlen. Er liebe seine Mannschaft für genau solche Spiele, gab er hinterher zu Protokoll: „Ich hatte mich schon mit dem Elfmeterschießen abgefunden. Für den Torwart tut es mir leid.“  So aber wurde aus Jasmin Fejzic kein Pokalheld, sondern ein Keeper, der eine traurige, unglückliche Figur machte. Während der Verlängerung, und ganz besonders hinterher.


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