Von Mark Read 0
"Too Many Friends"

Placebo: Neue Single übt Kritik an Facebook und Smartphones

Die Rocker von Placebo melden sich mit ihrem neuen Album "Loud Like Love" zurück. Die Vorabsingle "Too Many Friends" schlägt dabei ungewohnte gesellschaftskritische Töne an und setzt sich mit dem Smartphone- und Facebookwahn auseinander.

Eigentlich sind Placebo berühmt für ihre melancholischen oder manchmal auch bitterbösen Beziehungs-Rocksongs wie "Every You, Every Me" oder "The Bitter End". Doch nun meldet sich die britische Band mit einer ungewöhnlichen neuen Single zurück.

Brian Molko kritisiert soziale Netzwerke und Smartphones

"Too Many Friends", der Vorbote zum soeben erschienen neuen Album "Loud Like Love", setzt sich kritisch mit sozialen Netzwerken, Smartphones und dem Web 2.0 im allgemeinen auseinander.

Sänger Brian Molko singt im Refrain etwa übersetzt: "Ich habe zu viele Freunde / zu viele Menschen, die ich niemals treffen werde".

Später im Song heißt es: "Mein Computer glaubt, ich sei schwul / aber wen kümmert es eigentlich? / Wenn die Leute den ganzen Tag über / nur auf ihre Telefone starren?"

"Wir verlernen, mit unseren Freunden umzugehen"

Im Gespräch mit der "WAZ" führt der Sänger aus, was ihn genau an der modernen Internet-Gesellschaft aufregt: "Ich bin der Meinung, dass diese Großunternehmen, die hinter den sozialen Netzwerken stecken, nicht den Zusammenhalt fördern, sondern die weitere Entfremdung und Vereinzelung. Und ich beobachte, dass unsere sozialen Kompetenzen nachlassen. Weil wir so viel Zeit im virtuellen Raum verbringen, verlernen wir, mit unseren Freunden in der Realität umzugehen."

Trotz aller Gesellschaftskritik ist "Too Many Friends" aber vor allem ein großartiger Ohrwurm, der den Erfolg in den Charts redlich verdient hätte. Ohnehin ist das neue Album "Loud Like Love" wieder sehr gut geworden, nachdem der Vorgänger "Battle for the Sun" ja nicht bei allen Fans gut ankam.

Hier könnt ihr euch den Song "Too Many Friends" als Live-Version anhören


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