Von Mark Read 0
Rudi Völler ist sauer

Philipp Lahm: Sein Buch sorgt für Riesenwirbel!

Fußballfans kennen Philipp Lahm vor allem als Vorzeigeprofi beim FC Bayern München und als Spielführer der deutschen Nationalmannschaft. Zudem gilt der 27-Jährige als höflicher, wohlerzogener Mensch, der sich wohltuend von vielen anderen Profis abhebt. Doch nun hat Lahm mächtig Ärger am Hals - wegen seines ersten Buches.


Unter anderem gehört Ex-Nationalcoach Rudi Völler zu den Personen, die der Profi in seinem ersten Buch "Der feine Unterschied" heftig kritisiert.

Völler war bis Sommer 2004 Nationaltrainer. Unter ihm machte der damals noch junge Philipp Lahm seine ersten Schritte im DFB-Trikot. In seinem Buch "Der feine Unterschied", das vorab in Auszügen bei der "Bild" erschien, kritisiert der Spieler das Training unter dem enorm beliebten Völler. Es sei "nichts Spezielles" gewesen, was die Nationalspieler im Training übten. "Lustig, ja, und völlig unsystematisch." Dabei ist Völler nicht der einzige Trainer, den Lahm angreift. Auch über Jürgen Klinsmann, der sowohl bei der Nationalelf als auch beim FC Bayern Lahms Chef war, verliert der 27-Jährige deutliche Worte.

"Bei Klinsmann trainierten wir fast nur Fitness. Taktische Belange kamen zu kurz", so Lahm. Schon früh, "nach sechs bis acht Wochen", hätten die Profs des FC Bayern gewusst, "dass es mit Klinsmann nicht gehen würde. Der Rest der Saison war nur noch Schadensbegrenzung." Weitere Trainer, die Lahm kritisiert, sind Felix Magath und Louis van Gaal. Bislang hat nur Rudi Völler auf den Angriff seines ehemaligen Schützlings reagiert. Und zwar heftig!

"Ich empfinde das als Frechheit ohnegleichen, was er da beispielsweise über seinen ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann geschrieben hat", poltert Völler. Er bescheinigt Lahm "null Charakter" und findet seine Aussagen teilweise "erbärmlich und schäbig." Völler glaubt auch, dass der DFB, dessen Spielführer Lahm immerhin ist, reagieren wird. "Ich bin mal gespannt, wie der DFB jetzt reagiert und wie man dort mit den Veröffentlichungen umgeht."

Gegenüber der "Bild" wird Völler noch deutlicher. Er wirft Lahm vor, nur durch eine Intrige die Kapitänsbinde von Michael Ballack bekommen zu haben und verkündet: "Interna aus dem DFB-Team-Kreis öffentlich zu machen, zeigt, dass er keinen Funken Anstand hat. Aber mich wundert bei Lahm nichts mehr. Das bewusst geplante Interview bei der Weltmeisterschaft gegen Ballack war bereits schäbig, erbärmlich. Was er nun über Jürgen Klinsmann zum Beispiel gesagt hat, ist eine Frechheit. Ich wiederhole mich: Wer ihm beim Ballack-Interview damals noch geglaubt hat, hat ihn nun durchschaut."

Noch ist das Buch nicht regulär erschienen, man musste sich auf die Vorab-Drucke in der "Bild"-Zeitung verlassen. Lahm hat sich auch noch nicht zu seinem Buch geäußert, nach dem gestrigen Champions-League-Qualifikationsspiel seiner Bayern wollte er keinen richtigen Kommentar dazu abgeben. "Es ist nicht der richtige Ort, sich darüber zu äußern. Wer das Buch richtig liest, merkt, dass es keine Abrechnung ist", sagte er lediglich.


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