Von Nils Reschke 0
Trennung der Beatles

Paul McCartney entlastet Yoko Ono: Manager Klein sei Schuld am Ende gewesen

„So schlimm war es am Ende ja gar nicht“, lächelte Paul McCartney. Schließlich hätten die Beatles ein umfassendes Lebenswerk hinterlassen. In einem TV-Interview mit der Journalisten-Legende David Frost, der seinerzeit auch durch das Nixon-Interview berühmt wurde, räumte McCartney mit alten Gerüchten auf.


Für eigentlich jeden Fan der Beatles war damals klar: Dass die „Pilzköpfe“ sich vor mehr als 40 Jahren getrennt haben, daran war vor allem John Lennons Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Yoko Ono schuld. Sie war es, die einen Keil vor allem zwischen Lennon und seinen kongenialen Partner Paul McCartney geschlagen habe – so glauben es die beinharten Anhänger bis heute noch. Doch ausgerechnet Paul McCartney selbst bereitete diesen Gerüchten nun ein für alle Mal ein Ende. Er war es auch gewesen, der 1970 vor 42 Jahren das Ende der Pilzkopf-Ära hatte verkünden lassen.

„Sie hat sicher nicht die Gruppe auseinandergebrochen“, meinte Sir Paul in einem Fernsehinterview und ergänzte: „Die Gruppe ist selbst auseinandergebrochen.“ Damals hatte McCartney im Rahmen seines ersten Solo-Albums auch gleich ein Vorabinterview an die Presse geschickt, in dem er quasi selbst gestellte Fragen beantwortete. Jene, die auch die Trennung abzielte, beschrieb der Mann an der Seite von John Lennon wie fohlt: „Persönliche, geschäftliche und musikalische Differenzen“ seien der Grund gewesen. „Aber vor allem, damit ich mehr Zeit für meine Familie habe.“ Ob diese Trennung dauerhaft sei? „Ich weiß es nicht.“ Und durch die Wortwahl „persönlich“ wie „geschäftlich“ und die Hintertür, die er sich dabei offen ließ, wurden zum Anlass genommen, Yoko Ono habe mit der ganzen Sache mehr zu tun, als Paul McCartney in diesem Interview zugeben wollte.

Erst am Abend des 10. April 1970 erschien dann die offizielle Presserklärung zur Trennung der Beatles. Auch darin kein konkretes Wort, doch die Fans waren sich einig: Seitdem Yoko Ono auch immer öfter im Studio auftauchte, krachte es immer häufiger hinter den Kulissen. Besonders zwischen John Lennon und Paul McCartney. Die Anwesenheit von Lennons Frau empfand er zwar als störend, sagte McCartney im Interview, doch er schob die Schuld einem anderen in die Schuhe: dem Manager Allen Klein. Er sei es gewesen, weswegen sich die Beatles immer häufiger gezofft hätten. Und Yoko Ono? Die habe eher inspirierend auf John Lennon eingewirkt. „Sie zeigte John einen anderen Weg, was für ihn sehr attraktiv war. Es war für John Zeit zu gehen“, lobt McCartney vor allem Songs wie „Imagine“.


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