Von Nils Reschke 0
„Ich mach mein Ding“-Tour

Panische Zeiten in Oberhausen: Udo Lindenberg rockt die Arena

Bunt und grell, mal emotional, dann wieder laut: Der „Oberlindianer“ Udo Lindenberg bewegt in diesen Tagen wie kein zweiter deutscher Musiker. Beim restlos ausverkauften Doppel-Konzert in Oberhausen feierte der Panikrocker eine triumphale Rückkehr in den „Wilden Westen“.


Als die König-Pilsener-Arena aus der Ferne bereits zu sichten ist, geht auf den Oberhausener Straßen rund um die Halle nichts mehr. Der Meister hat sein Kommen angesagt. Fast 12.000 Lindianer folgen dem Ruf ihres „Oberindianers“ an diesem Wochenende gleich doppelt. Sowohl am Samstag, als auch am Sonntagabend meldet die Arena: Ausverkauft! Am Festgelände angelangt scharen sich die Fans bereits rund um die Bierstände. Aus den Musikboxen dröhnen die größten Hits des Panikrockers. In der Halle geht das Gedränge weiter. Alle sind gekommen, um den Panikrocker auf seiner „Ich mach mein Ding“-Tour live zu sehen und zu erleben, bei seinen ersten beiden Auftritten im „Wilden Westen“. In Oberhausen, keine einhundert Kilometer entfernt von „Gronau an der Donau, da bin ich geboren“, begrüßt Udo Lindenberg und tosendem Beifall die Menge und erblickt auch das eine oder andere Gesicht aus der Dinkelstadt, seinem Geburtstort, wo das Rock- und Popmuseum direkt am Udo-Lindenberg-Platz steht.

Zu den Klängen von „Odyssee“ durchbricht Lindenberg um exakt 20.04 Uhr den Bühnenvorhang in der Gondel eines riesigen Zeppelins. Udo dockt an, entert mit „Ich mach mein Ding“ die Bühne – und die König-Pilsener-Arena steht Kopf! Das bleibt auch dem mittlerweile 65-Jährigen nicht verborgen: „Hier spürt man die Energie – locker, easy, geil“, ruft Lindenberg der Menge zu. Es folgt eine atemberaubende Bühnenshow, die mit Laserlichtern und einer gigantischen Leinwand perfekt in Szene gesetzt ist. Wirkt Udo Lindenberg bei den ersten Liedern noch etwas heiser, singt er sich von Song zu Song zur Bestform. „Cello“ funktioniert auch ohne seinem Kompagnon Clueso, dafür zeigt sich das Publikum textsicher. Die zwei Konzerte in Oberhausen geraten auch zu einer Zeiteise durch vier Jahrzehtne Lindenberg. Bei Balladen wie „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ oder „Stark wie zwei“ glühen die Feuerzeuge und liegen sich Paare, Freunde und Lindianer, die sich zuvor gar nicht kannten, in den Armen. Natürlich wirft Lindenberg auch einen Blick „Hinterm Horizont“. Ein Stück, dessen gleichnamiges Musical in Berlin Erfolge feiert. Unterstützt wird er dabei von der Hauptdarstellerin Josephin Busch.

Udo Lindenberg gibt fast drei Stunden lang ohne Pause alles. Holt den letzten Ton aus sich heraus, fast demütig wirkt seine Hommage „Höllenfahrt“ an die Stars und Sternchen des Rock- und Pop-Olymps, die den Ruhm nicht überlebt haben. Um ein Haar hätte er sich selbst dazugesellt. Mit ihm hat auch Bassist Steffi Stephan, ein Urgestein des Panikorchesters, das wie besessen und in Bestform aufspielt, die Höllenfahrt überdauert. Das Konzert steigert sich zum grandiosen Finale. Udo Lindenberg setzt sich mit fast 12.000 begeisterten Zuschauern in den „Sonderzug nach Pankow“, schifft mit der „Andrea Doria“ durch den Sturm der Begeisterung, lässt es mit „Candy Jane“ krachen. Dann darf auch „Voice of Germany“-Kandidat Ole Feddersen noch einmal ran, schlendert mit Lindenberg lautstark über die „Reeperbahn“. Das begeisterte Publikum will den fast 66-Jährigen auf seiner „Udo Route 66“ am liebsten nicht gehen lassen. Doch der Matrose zündet sich genüsslich eine Zigarre an – und schwebt davon, wie er gekommen war. „Goodbye Sailor!“. Ahoi, und keine Panik! Das war ganz großes Kino, Udo Lindenberg!

Für alle, die Udo Lindenberg noch oder noch einmal live sehen wollen: Die Konzerte in Köln am 30. und 31. März sind ausverkauft, aber für das Abschlusskonzert am 2. April in der Lanxess Arena sind noch wenige Tickets verfügbar.


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