Von Stephanie Neuberger 0
So war die Nacht

Oscar-Verleihung 2012: Ein Nachbericht

Es war eine lange Nacht. Doch das Wachbleiben für die 84. Academy Awards hat sich für mich gelohnt. Die Show war toll, die Preisträger verdient und Billy Crystal unterhaltsam. Ich fand die Oscars gelungen und verrate Euch meine Highlights.


Die Award-Saison ist vorbei und es ist endlich mal Zeit durchzuatmen. Doch bevor das Rennen für das nächste Jahr eröffnet wird, möchte ich doch noch einen kleinen Rückblick auf die vergangene Oscarnacht wagen. Bereits im Vorfeld gab es ein kleines hin und her mit dem Moderator der Verleihung. Eddie Murphy sagte zu und dann wieder ab. Gut, dass sich die Academy auf ihren Moderationsmeister Billy Crystal verlassen kann. Der Schauspieler willigte zum Glück ein, zum neunten Mal die Oscarverleihung zu moderieren. Auch wenn "Fox News" meint, Billy sei der langweiligste Moderator aller Zeiten, bin ich ganz anderer Meinung. Crystal ist der beste aller Zeiten. Seine Witze waren lustig, locker und wirklich unterhaltsam. Besser als das überdrehte Getue von Anne Hathaway und James Franco aus dem vergangenen Jahr.

Aber wenn man ganz ehrlich ist, ist der Moderator bei den Academy Awards doch nur Nebensache. Im Vordergrund stehen die tollen Filme und Preisträger, die auch die Highlights jeder Verleihung ausmachen.

Octavia Spencer rührte selbst mich zu Tränen, weil sie sich so süß über ihren Oscar freute und ihn umklammerte, als würde ihr jemand den Preis wieder abnehmen wollen. Auch der "beste Hauptdarsteller" Jean Durjadin freute sich überschwänglich. Besonders gefreut hat mich der Oscar für Meryl Streep, die nach so vielen Nominierung ehrlich überrascht war, dass die Academy ihr tatsächlich doch noch einen Award gibt. Die schönste Oscarrede hielt Christopher Plummer, der die goldene Statue als "bester Nebendarsteller" in "The Beginners" gewann. "You're only two years older than me, Darling! Where have you been all my life?", waren seine einleitenden Worte. Ein schöner Anfang für eine tolle Oscarrede. Mit 82 Jahren ist Mister Plummer der älteste Oscarpreisträger aller Zeiten. Selbstverständlich dankte der Schauspieler auch seiner Elaine Taylor, die gerührt im Publikum saß. Christopher Plummer hat wirklich lang genug darauf gewartet, endlich einen Oscar in der Hand halten zu dürfen und hat ihn verdient gewonnen. Übrigens möchte sich der 82-Jährige keineswegs zur Ruhe setzen.

Abgesehen von den Preisträgern sind auch die Laudatoren ein Highlight. Gwyneth Paltrow und Robert Downey Jr. haben ihren Job meiner Meinung nach am Besten gemacht. Ebenfalls witzig war die überdrehte Emma Stone mit dem genervten Ben Stiller.

Angelina Jolie wird als Laudatorin für immer in Erinnerung bleiben. Allerdings nicht weil sie sich bei der Rede verhaspelte oder hinfiel, sondern weil Angelina Jolie stets ihr Bein herausstreckte. Diese Pose, welche die Schauspielerin bei jeder Gelegenheit einnahm, ist mittlerweile ein Running-Gag im Internet geworden. Etliche wirklich witzige Fotomontagen kursieren im Netz. Dass sie zum Highlight der Oscar-Verleihung wird, hätte Angelina Jolie wohl nicht gedacht. Nicht nur deswegen war der Gala-Abend in Hollywood wieder einmal genau das, was er sein sollte: Wunderbare Unterhaltung!


Teilen:
Geh auf die Seite von: