Von Mark Read 0
Beweislast nicht ausreichend

Oscar Pistoris kommt auf Kaution frei

Also doch die Wende im "Fall Oscar Pistorius": Der des Mordes angeklagte Paralympics-Sieger kommt gegen Kaution frei. Doch aus dem Schneider ist er damit noch lange nicht.


Eines ist derzeit sicher im "Fall Oscar Pistorius": Der 26-jährige Paralympics-Sieger hat seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen. Ob mit böser Mordabsicht oder doch aus Versehen, darüber wird nun gestritten. Nach einem viertägigen Verhörmarathon konnte das Gericht in Pretoria jedoch nicht nachweisen, dass es sich um eine vorsätzliche Tötung handelt, weswegen Pistorius nun gegen eine Kaution frei kommt. Damit kommt das Gericht dem Antrag von Pistorius' Anwälten nach. Dies berichtet unter anderem die "Bild"-Zeitung.

Pistorius soll bei der Verkündung des Kautions-Urteils im Gericht geweint haben. Sein Vater, seine Schwester Aimee und sein Bruder Carl warem im Saal anwesend und sollen sich, während das Urteil verlesen wurde, gegenseitig in den Armen gelegen haben. Die Kaution beträgt angeblich 85.000 Euro.

Zuvor hatte es bereits eine Panne bei den Ermittlungen gegeben. Chefermittler Hilton Botha musste vom Fall abgezogen werden, nachdem bekannt wurde, dass er selbst des versuchten Mordes beschuldigt wird. Damit wurde die Position der Anklage geschwächt.

Pistorius ist zwar nun gegen Kaution frei, aber noch lange nicht aus dem Schneider. Gegen ihn wird nach wie vor wegen Mordes ermittelt, und es wird auf jeden Fall einen Gerichtsprozess geben. Wann, ist noch offen - bis alle Beweise zusammengetragen sind, kann es Monate dauern. Die Staatsanwaltschaft wird auf vorsätzlichen Mord drängen, während Pistorius' Anwälte versuchen, fahrlässige Tötung daraus zu machen. Für ersteres könnte der Prothesen-Läufer lebenslänglich ins Gefängnis kommen, bei fahrlässiger Tötung könnten daraus zehn Jahre werden.


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