Von Nils Reschke 0
WM-Qualifikation

Österreich im Pech! DFB-Team duselt sich zum schmeichelhaften 2:1

25 Jahre lang besteht diese Serie, die sie in Österreich so gerne ungeschehen machen wollen. 25 lange Jahre nämlich hat eine österreichische Nationalelf nicht mehr gegen den „großen Bruder“ aus Deutschland gewonnen. Daran sollte sich auch am Dienstagabend nichts ändern.


Das ging gerade noch einmal so gerade eben gut! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Spiel in der Gruppe C der WM-Qualifikation für die Endrunde 2014 in Brasilien gewonnen. Aber der 2:1 (1:0)-Erfolg schmeichelte den Kickern von Bundestrainer Joachim Löw hinterher nicht nur. Er hing vor allem am seidenen Faden. Um ein Haar hätte sich Gastgeber Österreich doch noch zumindest mit dem Ausgleich belohnt, allerdings traf Marko Arnautovic drei Minuten vor dem Ende dann aus kürzester Distanz der leere Tor nicht. „Wir haben es heute unglaublich gut gemacht“, meinte Martin Harnik naturgemäß ein wenig enttäuscht zur Leistung der österreichischen Mannschaft, die der DFB-Elf nun wahrlich alles abverlangt hatte. „Wir haben bestimmt doppelt so viele Chancen gehabt.“ Gereicht hat es wieder nicht für Team Austria, dessen schwarze Serie weiterhin Bestand hat.

Die Fans im Ernst-Happel-Stadion in Wien sahen einen stürmischen Beginn der Hausherren, die nach einem katastrophalen Fehlpass von Mats Hummels schon nach vier Minuten hätten das 1:0 erzielen können, aber Holger Badstuber hatte aufgepasst und grätschte im letzten Moment noch in den Schuss von Martin Harnik. Es war nur eine von zahlreichen Gelegenheiten für ein offensivfreudiges ÖFB-Team, das zudem aggressiv in die Zweikämpfe ging und immer wieder nicht lange fackelte, um zum Abschluss zu kommen (Harnik, Andreas Ivanschitz). Deutschland hatte bis dahin nur nach einem Fehler der österreichischen Deckung eine Chance besessen, als Thomas Müller nach zehn Minuten urplötzlich völlig frei stand. Robert Almer von Fortuna Düsseldorf im Tor der ÖFB-Mannschaft verhinderte den Einschlag.

Als nun wahrlich niemand angesichts des Powerfußballs der Hausherren mit einem Tor für Deutschland rechnete, schlug das DFB-Team dann doch zu. Einen klugen Pass von Miroslav Klose, der ansonsten nicht zu sehen war, nutzte Marco Reus in seiner einzigen Szene zum schmeichelhaften 1:0 direkt vor der Pause. Für den Dortmunder Torschützen ging es danach nicht mehr weiter. Mit einer Fußprellung wurde Reus für Vereinskollege Mario Götze ausgetauscht, der im zweiten Abschnitt aber ebenso blass blieb, nach vorne kaum auffiel, sich in der Rückwärtsbewegung aber so manchen Schnitzer leistete.

„Wir haben eigentlich alle Voraussetzungen geschaffen, dass es im zweiten Abschnitt hätte ruhiger werden können“, sah Bundestrainer Joachim Löw nach dem Seitenwechsel ein schnelles 2:0 durch einen Strafstoß von Mesut Özil, nachdem Kavlak Thomas Müller selten ungeschickt in die Parade gefahren war. Die Partie schien gelaufen. Doch Österreich kämpfte sich zurück, als Marko Arnautovic sich auf dem rechten Flügel durchtankte. Der Bremer ließ erst Marcel Schmelzer (schlechtester Mann auf dem Platz), dann auch Mario Götze stehen, flankte flach und scharf in die Mitte, wo sein Teamgefährte von Werder, Zlatko Junuzovic, nur noch den Fuß hinhalten musste. Es stand nur noch 1:2! Und das „Happel“, das nach dem 0:2 kurz geschwiegen hatte, war nun wieder ein Hexenkessel.

„Über die Raumaufteilung müssen wir uns noch unterhalten“, bemängelte auch Kapitän Philipp Lahm, dessen viel zu kurz geratener und deswegen haarsträubender Fehlpass anschließend ohne Auswirkungen blieb. Österreich blieb am Drücker, Österreich stürmte. Doch der Ausgleich, der verdient gewesen wäre, wollte nicht mehr fallen. Auch weil Marko Arnautovic die größte Chance kurz vor dem Ende liegen ließ und dann untröstlich vom Platz schlich. „Ich habe ihm gesagt, dass er das 1:2 toll vorbereitet und auch sonst eine starke Leistung abgeliefert hat, sehr mannschaftsdienlich spielte“, versuchte sich Martin Harnik später in Aufbauarbeit. Doch davon konnte sich weder Austria noch Arnautovic etwas kaufen. Man hatte schon wieder gegen den „großen Bruder“ verloren. So stark hatte eine österreichische Auswahl allerdings schon lange nicht mehr aufgespielt, was Mut machen sollte für die weitere WM-Qualifikation, die nun Mitte Oktober (12./16.) fortgesetzt wird.


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