Von Nils Reschke 1
Kampuschs Peiniger ermordet?

Natascha Kampusch: Wurde ihr Entführer Wolfgang Priklopil ermordet?

Es scheint so, als werde uns der Fall von Natascha Kampusch noch einige Zeit beschäftigen. Jetzt sickern neue, verblüffende Details an die Öffentlichkeit.


Gerade eben erst wurde die Geschichte der Natascha Kampusch im Kinofilm „3096 Tage“ erzählt. Als junges Mädchen wurde sie mit nur zehn Jahren von ihrem Peiniger entführt, in einer Art Verlies seit 1998 gefangen gehalten, bis ihr 2006 mit 18 Jahren schließlich die Flucht gelang. So jedenfalls lautet die offizielle Version der Geschichte. Doch wie viel davon ist tatsächlich war? Ihr Peiniger Wolfgang Priklopil etwa soll nach der Flucht Selbstmord begangen haben. Genau das allerdings wird jetzt stark angezweifelt. Und schon werden die Stimmen jener lauter, die wilde Verschwörungstheorien entworfen haben.

Karl Kröll ist der Bruder des Hauptermittlers im Fall Kampusch, der auf seltsame Art und Weise verstorben ist. Er behauptet nun: „Aufgrund der Verletzungen von Priklopil, der Position der Leiche und der Funktionsweise des Zuges ist es unmöglich, dass Priklopil Selbstmord begangen hat.“ Noch in dieser Woche soll tatsächlich ein neues Gutachten erscheinen, das diese These bestätigt. So berichtet es die Österreichische Zeitung. „So, wie die Leiche liegt, stimmt nicht, was im Akt steht“, schrieb außerdem der BZÖ-Abgeordnete Ewald Stadler an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Im Fall Natascha Kampusch wird es immer mysteriöser.

Franz Kröll, der damals die Ermittlungen geleitet hatte, hatte schon 2009 den Selbstmord des Nachrichtentechnikers Wolfgang Priklopil als inszeniert beschrieben. Der Entführer von Kampusch soll sich 2006 vor eine S-Bahn gelegt haben. Doch das habe nicht – so Kröll, der Leiter der SOKO Kampusch – mit der Auffindesituation der Leiche übereingestimmt. Natascha Kampuschs Vater  Ludwig Koch hat selbst ein Buch veröffentlicht, in dem er die Entführung – zumindest teilweise – stark anzweifelt.


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