Von Milena Schäpers 0
Tödliche Prügelattacke

Nach Tod eines Linienrichters: Vorwürfe gegen Fußballverband

Ein aktueller Fall in den Niederlanden schockt die ganze Welt: Nach einer umstrittenen Abseits-Entscheidung wird ein freiwilliger Linienrichter von Jugendlichen zu Tode geprügelt. Nun werden Vorwürfe laut: Es soll schon vorher Anzeichen von Gewalt im Team gegeben haben, die ignoriert wurden.


Es war ein normales Spiel der Amateurliga. Und doch kostete es einem ehrenamtlichen Helfer das Leben. Weil Spieler der Mannschaft SV Nieuw-Sloten nicht mit einer Abseits-Entscheidung des Linienrichters einverstanden waren, verprügelten ihn die 15- und 16-jährigen Spieler nach dem Fußballspiel. Die Tritte und Schläge waren so brutal, dass der 41-Jährige an den Folgen starb.

Ein tragischer Fall, der jedoch weder in Deutschland noch in der Niederlanden ein Einzelfall ist. Es soll jährlich über 300 Attacken gegen Schiedsrichter geben, die jedoch in der Öffentlichkeit keine Beachtung finden.

Bis zu dem Tod von Linienrichter Richard N. sollen auch in diesem Fall Anzeichen von Gewalt in der Mannschaft ignoriert worden sein.

So werden Vorwürfe gegen den niederländischen Fußballverband KNVB laut. Denn bereits vor der Tat sollen Warnungen vor dem jetzt gesperrten Team beim Fußballverband eingereicht worden sein.

Dabei waren bereits im Oktober von ausgesprochenen Morddrohungen gegen den gegnerischen Trainer die Rede. Auf die vorherigen Fälle wurde jedoch nicht streng genug reagiert, so die anderen ehrenamtlichen Helfer.

Jetzt zieht der KNVB laut spiegel.de die Konsequenzen. Alle Amateurspiele werden am kommenden Wochenende abgesagt. Die Profispiele sollen mit einer Schweigeminute beginnen und Spieler sowie auch Schiedsrichter sollen Trauerflors tragen.

Die drei jugendlichen Spieler des Nieuw Sloten wurden lebenslang gesperrt und sollen nun wegen Todschlags angeklagt werden.


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