Von Mark Read 0

Nach dem Freispruch: Was passiert mit Jörg Kachelmann?


Heute früh ging einer der spektakulärsten Gerichtsprozesse der letzten Jahre zuende. Wettermoderator Jörg Kachelmann wurde "in dubio pro reo" vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Im Augenblick seines Triumphs wirkte Kachelmann erleichtert, blieb aber gefasst und vermied öffentlichen Jubel. Wie geht es nun weiter mit dem früheren Star-Wetterfrosch der ARD?

Klar ist jedenfalls, dass ihn sein früherer Arbeitgeber in absehbarer Zeit nicht wieder einstellen wird. "Solange das Verfahren nicht endgültig abgeschlossen ist und ein Urteil Rechtskraft erlangt hat, sehen wir in dieser Angelegenheit keinen Entscheidungsbedarf", verkündete eine ARD-Sprecherin nach Urteilsverkündung gegenüber den Nachrichtenagenturen.

Arbeitslos ist der 52-Jährige deswegen jedoch nicht: Er wird wieder bei der von ihm gegründeten Firma Meteomedia einsteigen. Er war auch während seiner Zeit in Untersuchungshaft Chef des Wetterdienstes mit Sitz in der Schweiz geblieben. Außerdem wird Kachelmann wohl weiterhin bei Radio Basel zu hören. Bereits seit einigen Monaten hatte der Wetterfrosch dort eine kleine Sendung.

Dennoch: Sein einst strahlendes Image ist durch den Gerichtsprozess ruiniert. Daran wird auch der Freispruch wenig ändern. Juristisch mag Kachelmann nun vollständig sauber sein, doch alleine der Vorwurf der Vergewaltigung und der langwierige Prozess haben dafür gesorgt, dass ein Makel haften bleibt. Dass er jemals wieder für die ARD moderieren wird, erscheint mehr als fraglich.

Immerhin kann sich der gebürtige Lörracher damit trösten, dass er für seine Zeit in Haft wohl reichlich entschädigt wird. Mirko Roßkamp, der Vorsitzende des Vereins Deutscher Strafverteidiger, verkündete, dass Kachelmann für seine Zeit in Untersuchungshaft eine Pauschale von 25 Euro am Tag zustehe. Zudem könne er Verdienstausfälle einfordern, die er durch seine Zeit im Gefängnis erlitten habe. Dafür hat er sechs Monate Zeit. Und da es sich hier um eine hübsche Stange Geld handeln dürfte, ist davon auszugehen, dass er es auch in Anspruch nehmen.


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