Von Sabine Podeszwa 0
Die Musikkolumne

MTV EMAs: Ein Rückblick auf Höhen und Tiefen

Am gestrigen Sonntag wurden in Belfast die MTV European Music Awards verliehen. Unsere Kolumnistin Sabine hat sich die Show in aller Ruhe reingezogen und fand jede Menge, worüber man mal reden sollte. Und ja, es geht auch um Lena Meyer-Landrut. Viel Spaß!


Am Wochenende fanden die MTV European Music Awards statt. Alles mit Rang und Namen hatte sich in Belfast eingefunden, um sich selbst zu feiern. Ich habe die Show auch schon mit Spannung erwartet, um für Euch davon zu berichten. Wie jedes Jahr gab es viel zu sehen und zu hören. Tolle Performances und Auftritte gepaart mit fragwürdigen Momenten und seltsamen Outfits, haben mir meinen Sonntagabend versüßt! Aber jetzt mal der Reihe nach.

Moderiert wurde das Ganze von der bezaubernden Selena Gomez. Justin Biebers Freundin überzeugte nicht nur durch ihren hübschen Anblick, sondern auch durch ihre freche Art und unzählige Outfit-Wechsel, die viel Abwechslung in die Show brachten. Daumen hoch für den ehemaligen Disney-Star!

Und unsere Lena war natürlich auch dabei. Für den besten „Worldwide Act“ reichte es leider nicht, den sahnte nämlich die Band Big Bang aus Südkorea ab. Ob verdient oder nicht…keine Ahnung, ich kenne die Jungs nicht. Was ich jedoch sehr erstaunlich fand war, dass die USA Britney Spears ins Rennen um diesen Award geschickt hat. Wie langweilig! Die ewige Pop-Prinzessin als „Worldwide Act“. Haben die denn nichts Spannenderes zu bieten? Na ja, nichtsdestotrotz eine Riesenehre für Lena Meyer-Landruth überhaupt so weit gekommen zu sein. Im Vorentscheid setzte sie sich schon als „Best German Act“ durch, was ich ihr ja noch durchaus zutraue. Aber das reichte dem deutschen Fräuleinwunder noch nicht. Nein, sie gewann auch den Vorentscheid als „Best European Act“. Und das war schon eine andere Hausnummer. Dort musste sie zum Beispiel gegen Adele antreten, die für Großbritannien ins Rennen ging! Da muss ich der guten Lena virtuell auf die Schulter klopfen. Das ist eine nennenswerte Leistung!

Die Abräumerin des Abends war eindeutig Lady Gaga, aber das sind wir ja schon gewöhnt! Und zu ihren ganzen Preisen (Best Female, Best Song, Best Video, Biggest Fans), setze ich noch einen drauf und verleihe ihr den „Promipool-Award für das beknackteste Outfit des Abends“. Ich weiß nicht wen oder was sie darstellen wollte, aber es dauerte nur ganze zwei Sekunden, bis ich völlig angenervt war. Das „Objekt“ auf der Bühne sprach zwar und weinte und schluchzte, aber ihr Gesicht war von einer…hm…Salatschüssel (?) bedeckt. Ich finde es sehr irritierend, jemandem zuzuhören, dessen Gesicht bedeckt ist. Ihre spätere Performance konnte sich allerdings wieder sehen lassen. Eine gute Bühnenshow mit tollen Tanzeinlagen und auch die von mir verhasste Salatschüssel musste währenddessen weichen.

Der beste Rock-Act ging an Linkin Park. Äh? Wie bitte? Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen? Was habe ich verpasst? Wenn ich mich recht erinnere, haben die vor Jahren mal große Erfolge gefeiert. Die anderen Nominierten waren Coldplay, Kings of Leon, Red Hot Chili Peppers und Foo Fighters. Jede, aber auch wirklich jede dieser Bands, hätte den Sieg mehr verdient als Linkin Park. Wie und vor allem womit, hat die Band sich diesen Award verdient? Nutzt ruhig die Kommentarfunktion, um mich aufzuklären!

Auch Justin Bieber räumte mit drei Awards ganz schön ab. Ich muss ja zugeben, dass ich mich mit dem Phänomen seiner Person noch nie befasst habe. Und am Sonntag sah ich ihn das erste Mal „Under the Mistletoe“ performen. OMG! OMG!                                                                           Halt! Stopp! Nicht das, was Ihr denkt! Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so einen kitschigen und trashigen Song gehört! Normalerweise hätte ich sofort umgeschaltet. Aber diese großen Kulleraugen und dieses glockenhelle Stimmchen hielten mich davon ab. Marketing-Experten nennen diesen Effekt „Kindchenschema“. Der gute Justin nahm die Awards als bester Künstler, bester Pop-Act und den MTV Voices Award mit nach Hause. Dafür wurde er gnadenlos ausgebuht. Das finde ich fies. Er ist doch noch klein! Da kommt direkt der Beschützerinstinkt bei mir durch. Und da haben wir es wieder: Das Kindchenschema! Ach, da fällt mir noch K.D. Lang ein, Musikerin und bekennende Lesbe. Die hatte vor ein paar Tagen gesagt: „Justin Bieber looks like a lesbian. Hot as sh*t!“. Ich habe Tränen gelacht!

Katy Perry, wie immer sehr sympathisch und im üblichen Plastic-Fantastic-Outfit, durfte sich über den Award als bester Live-Act freuen. Und da gucke ich wieder in die Röhre, denn es wird nicht ganz klar warum. Auch mit Eminem als bestem Hip Hop-Act kann ich mich nicht anfreunden. Die Zeiten sind doch nun wirklich vorbei.

Amy Winehouse und ihr Lebenswerk bleiben unvergessen und wurden im Tribute gebührend geehrt. Ein bewegender Moment, der der präsentierenden Jessie J die Tränen in die Augen trieb.

So liebe Leute, genug gelästert. Gelobt habe ich heute ja nur ein kleines bisschen. Für heute verabschiede ich mich von Euch! Wir sehen uns nächste Woche wieder!


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