Von Mark Read 0
Badmouth strikes again

Morrissey: Anspielung auf Norwegen-Massaker sorgt für Skandal


Morrissey ist eine absolute Kultfigur der britischen Rockmusik. Seit den Achtziger Jahren gehört der 52-Jährige zu den musikalischen Größen im Vereinigten Königreich, erst als Frontmann von The Smiths, später als Solokünstler. Doch eckte der Sänger mit seinen Ansichten über Politik und Tierschutz auch regelmäßig an. Wegen einer Aussage zu dem Massaker in Norwegen steht Morrissey nun wieder heftig in der Kritik.

Bei einem Konzert in Warschauam Wochenende, also kurz nach den Anschlägern von Oslo und Utoya, sprach der Sänger auf der Bühne folgendes: "Wir leben in einer mörderischen Welt, wie der Vorfall in Norwegen mit 97 Toten (Anm.: mittlerweile korrigiert auf 76 Tote) zeigt. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was täglich bei McDonald's und Kentucky Fried Sch... passiert." Starker Tobak!

Morrissey ist seit jeher überzeugter Vegetarier - eine seiner Platten mit den Smiths trug sogar den Titel "Meat is Murder". Bei seinen Konzerten herrscht striktes Fleischverbot. Er brach schon einmal einen Auftritt ab, weil der Geruch von gebratenem Fleisch in der Luft lag, und erst kürzlich ließ er die Besucher eines Konzerts beim Einlass auf Fleisch untersuchen. Doch diese Aussage in Warschau sorgt für besonders heftige Reaktionen. Schließlich zeigten die Anschläge in Norwegen, die der kaltblütige Rechtsradikale Anders Behring Breivik ausführte, wozu verblendete Menschen fähig sind.

Morrissey wollte zu seinem Statement keinen weiteren Kommentar abgeben, da er glaubte, seine Aussage auf der Bühne spreche für sich selbst, sagte der Sprecher des Sängers dem "Daily Telegraph". Seine Fans sind dafür umso wortreicher. Auf Fanseiten wie "morrissey-solo.com" finden sich neben einigen verständnissvollen hunderte erboster Kommentare. Einige Fans kündigten an, alle ihre Morrissey-Platten auf den Müll schmeissen zu wollen. Morrisseys Einsatz für den Tierschutz in allen Ehren, aber mit dieser Aussage hat er - vor allem so kurz nach den Anschlägen - den Bogen überspannt. Die Angehörigen der Opfer werden sicherlich nicht der Meinung sein, dass die grässlichen Tierverarbeitungsmethoden bei Fast-Food-Ketten schlimmer sind als der Verlust ihrer Angehörigen.


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