Von Nils Reschke 0
US-Sänger ist tot

„Moon River“ machte Andy Williams unsterblich

Gecovert wurde sein berühmtestes Lied mehr als nur ein Mal. Zuletzt probierte sich daran auch Rod Stewart auf seinem „Soulbook“. Aber bei allem Charme: An das Original kommt auch der Altrocker mit der Reibeisenstimme und Wuschelfrisur nicht heran.


Niemand konnte "Moon River" so schön singen wie Andy Williams sebst. Auch nicht Musikgrößen wie Louis Armstrong, Judy Garland, Katie Melua, Rumer, Morrissey oder Elton John. „Moon River“ – das ist der Song, sein Song, mit dem der US-amerikanische Sänger Andy Williams weltberühmt wurde. „Moon River“ war sein Markenzeichen, nach dem sogar seine eigene Produktionsfirma benannt wurde. Am Dienstagabend verstarb Williams im Alter von 84 Jahren in seiner vertrauten Umgebung im US-Bundesstaat Missouri. Der Schnulzensänger war an Blasenkrebs erkrankt.

Seine schwere Erkrankung hatte Howard Andrew Williams, wie er mit vollem bürgerlichen Namen heißt, bereits vor einem Jahr im Rahmen eines Konzerts publik gemacht, was das Publikum mit minutenlangen Beifall und Standing Ovation zur Aufmunterung quittierte. Geboren wurde Williams aber 1927 im US-Bundesstaat Iowa – und das in denkbar ärmlichen Verhältnissen. Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte Andy Williams im Quartett mit seinen drei Brüdern – fast so, wie beispielsweise die Bee Gees. 1953 entschied er sich dann aber zu einer Solokarriere, ehe ihm dann mit „Butterfly“ 1957 ein weltweit großer Hit gelang, der es sogar bis auf Platz eins der US- und UK-Charts schaffte. Weitere bekannte Songs folgten den 60er Jahren, und dann kam auch „Moon River“, der Titelsong auf „Frühstück bei Tiffany“, getextet von Johnny Mercer und komponiert von Henry Mancini.

Im Film singt Hauptdarstellerin Audrey Hepburn das Lied, das 1962 sogar den Oscar als besten Filmsong erhielt. Andy Williams wird in den USA oft auf eine Stufe mit den legendären Sängern wie Frank Sinatra oder Dean Martin gestellt. US-Präsident Ronald Reagan betitelte den Sänger einst sogar als „nationale Kostbarkeit“. Begehrt war Williams zudem als Gastgeber und Moderator großer Veranstaltungen wie den Grammys oder den Golden Globe Awards. Bis zu seinem Tod trat Andy Williams noch regelmäßig auf – unter anderem im von ihm eigens erbauten „Moon River Theater“. Die Vereinigten Staaten trauern um einen großen Entertainer und dazu um einen echten „Huckleberry Friend“.


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